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Webdesignerin finden: Woran du erkennst, ob es passt

Du willst deine Website endlich machen lassen – und stehst vor zehn Anbieterinnen, die alle überzeugend klingen. Die Portfolios sehen gut aus, die Preise sind nicht vergleichbar, und die Hälfte der Begriffe sagt dir nichts. Hier steht, woran du erkennst, ob jemand zu deinem Projekt passt. Auch, wenn ich das nicht bin.

» Warum die Auswahl so schwerfällt

Es liegt nicht an dir. Es liegt daran, dass diese Entscheidung schlecht vergleichbar ist.

Erstens sehen alle Portfolios gut aus. Jede zeigt ihre drei besten Projekte, natürlich frisch, natürlich fotogen. Was du nicht siehst: ob die Seite Anfragen gebracht hat, ob sie zwei Wochen oder fünf Monate gedauert hat und ob die Kundin danach noch mal jemanden erreicht hat.

Zweitens sind die Preise nicht vergleichbar. Ein Angebot über 900 Euro und eines über 6.000 Euro können beide fair sein – wenn im einen Fall eine Vorlage befüllt wird und im anderen Struktur, Texte, Technik und Betreuung drinstecken. Ohne Leistungsliste vergleichst du zwei Zahlen, die nichts miteinander zu tun haben.

Drittens verwirren die Begriffe. Responsive, Core Web Vitals, Headless, CMS, Hosting, SSL. Du musst das alles nicht verstehen. Aber du solltest merken, ob dein Gegenüber es dir erklären kann.

» 8 Prüfpunkte vor der Beauftragung

Geh diese acht Punkte durch, bevor du zusagst. Sie kosten dich eine halbe Stunde und ersparen dir im Zweifel vier Monate Ärger.

1. Festpreis oder Stundensatz – und was steckt drin? Beides kann seriös sein. Unseriös ist nur die Zahl ohne Inhalt. Lass dir aufschreiben, wie viele Seiten enthalten sind, wie viele Korrekturrunden, ob Texte, Bildbearbeitung, Einrichtung und Livegang dabei sind. Bei Stundensätzen: Wie viele Stunden werden geschätzt, und was passiert, wenn es mehr werden?

2. Wer schreibt die Texte? Das ist der häufigste Grund, warum Website-Projekte monatelang liegen bleiben. Viele Angebote enthalten Design und Umsetzung, aber keine Texte – und dann wartet das Projekt auf dich. Kläre vorher: Schreibt sie, schreibst du, oder schreibt sie auf Basis eines Gesprächs mit dir? Alle drei Wege funktionieren. Nur „das klären wir später“ funktioniert nicht.

3. Wem gehören Dateien, Domain und Hosting am Ende? Deine Domain sollte auf deinen Namen laufen, nicht auf ihren. Du solltest Zugänge zu Hosting und Website bekommen. Und du solltest die Dateien deiner Seite herausbekommen, wenn ihr euch trennt. Frag genau das, wörtlich, im Erstgespräch. Die Reaktion sagt dir mehr als jede Referenz.

4. Was kostet eine Änderung nach dem Livegang? Du wirst Änderungen brauchen. Neuer Preis, neues Angebot, neues Testimonial. Frag nach einem Stundensatz oder einem Pauschalpreis für kleine Anpassungen – und nach der üblichen Reaktionszeit. „Melde dich einfach“ ist keine Antwort, sondern eine spätere Rechnung.

5. Wie lange dauert es wirklich? Seriöse Antworten nennen eine Spanne und die Bedingungen: Wovon hängt der Termin ab? Meistens von dir – von Inhalten, Fotos und Entscheidungen. Wenn jemand einen Termin nennt, ohne zu sagen, was er dafür von dir braucht, ist der Termin geraten.

6. Wird an Auffindbarkeit gedacht? Eine schöne Seite, die niemand findet, ist eine teure Visitenkarte. Frag, was für Google getan wird – Seitentitel, Beschreibungen, Struktur, Ladezeit – und ob auch KI-Suchen mitgedacht werden. ChatGPT und Perplexity beantworten inzwischen einen relevanten Teil der Fragen, die früher bei Google landeten. Wer darauf nur mit „SEO machen wir dann später“ antwortet, hat es nicht auf dem Schirm. Wie das praktisch aussieht, habe ich in meinem Artikel zu SEO für Dienstleister aufgeschrieben.

7. Wie sieht ihre eigene Website aus? Der ehrlichste Test überhaupt. Öffne sie auf dem Handy. Lädt sie schnell? Ist sie mobil ordentlich bedienbar? Findest du in dreißig Sekunden heraus, was sie anbietet und was es ungefähr kostet? Wer selbst keine schnell ladende Seite hinbekommt, wird dir keine bauen.

8. Antwortet sie verständlich oder mit Fachchinesisch? Stell absichtlich eine einfache Frage: „Warum ist das nötig?“ Gute Anbieterinnen erklären es in zwei Sätzen ohne Fremdwörter. Wer dich mit Begriffen zuschüttet, tut das entweder aus Gewohnheit oder aus Kalkül. Beides wird die Zusammenarbeit anstrengend machen.

» Fünf Warnsignale

Preis nur auf Anfrage, ohne jede Orientierung. Ein individuelles Angebot ist normal. Aber „ab X Euro“ oder eine Spanne sollte irgendwo stehen. Wer jede Zahl verweigert, verhandelt nach Bauchgefühl – und deins ist dabei selten das entscheidende. Warum ich das selbst anders halte, steht in meinem Artikel über Preise auf der Website.

Aufgebaute Abhängigkeit. Sätze wie „das kann nur ich pflegen“ oder „die Domain lasse ich über mich laufen, das ist einfacher“ sind keine Serviceleistung. Sie sind eine Wechselbremse.

Monatliche Verträge ohne benannte Gegenleistung. Laufende Betreuung kann sehr sinnvoll sein – wenn im Vertrag steht, was du dafür bekommst: Updates, Backups, Support, so und so viele Änderungen im Monat. Steht dort nur eine Zahl und eine Laufzeit von 24 Monaten, ist es eine Finanzierung, keine Betreuung.

Überzogene Ranking-Versprechen. „Platz 1 bei Google, garantiert“ kann niemand zusagen. Niemand kontrolliert Googles Ergebnisse. Wer es trotzdem verspricht, verkauft dir entweder ein Märchen oder ein Keyword, nach dem niemand sucht.

Nichts Schriftliches. Kein Angebot mit Leistungsbeschreibung, nur ein netter Call und eine Rechnung. Wenn ihr euch später uneinig seid, gibt es keine gemeinsame Grundlage. Bestehe auf einer Seite Text, in der steht, was gemacht wird.

» Diese Fragen stellst du im Erstgespräch

Zum Mitnehmen. Kopier sie dir in dein Notizbuch, geh sie der Reihe nach durch:

Die letzte Frage ist meine liebste. Wer darauf ehrlich antwortet, hat wirklich Projekte gemacht.

» Was gute Zusammenarbeit von dir verlangt

Die unbequeme Hälfte: Die meisten Website-Projekte scheitern nicht an der Designerin. Sie scheitern daran, dass Inhalte nie kommen.

Liefere deine Inhalte. Logo, Fotos, Referenzen, Preise, Leistungen. Sammle sie an einem Ort, bevor es losgeht. Das ist der Unterschied zwischen einer Woche und einem Vierteljahr.

Triff Entscheidungen. Bei zwei Farbvarianten wählst du eine – nicht „vielleicht beides mischen, was meinst du?“. Deine Anbieterin kann dich beraten, aber die Entscheidung ist deine.

Bündle dein Feedback. Nicht siebzehn WhatsApp-Nachrichten über drei Tage, sondern eine Liste. Punkt für Punkt, konkret: „Überschrift auf Seite 2 zu lang“ statt „irgendwas stört mich“. Das spart beiden Seiten Zeit und dir am Ende Geld.

» Ehrlich gesagt: Ich passe auch nicht überall

Ich arbeite mit Festpreis, in sieben Tagen, mit statischem HTML ohne Baukasten, und du hast durchgehend mich als Ansprechpartnerin. Das ist eine bewusste Entscheidung – und sie schließt Projekte aus.

Mein Ansatz passt gut, wenn du eine etablierte Selbstständige bist, die eine klare, schnelle Website mit überzeugenden Texten braucht. Wenn du Planbarkeit magst: fester Preis, fester Zeitrahmen, eine Ansprechpartnerin. Wenn dir Ladezeit und Auffindbarkeit wichtiger sind als Effekte. Was genau dazugehört, steht offen auf meiner Angebotsseite.

Mein Ansatz passt nicht, wenn du einen großen Online-Shop mit hunderten Artikeln, Lagerabgleich und Zahlungsabwicklung brauchst. Auch nicht bei komplexen Portalen mit Login-Bereichen, Buchungssystemen oder Datenbanken. Und nicht, wenn mehrere Autorinnen täglich Beiträge veröffentlichen sollen – dafür braucht es eine Redaktionsumgebung, nicht meinen Aufbau.

In diesen Fällen sage ich dir das im Erstgespräch. Ein Projekt anzunehmen, das nicht passt, ist für beide Seiten teuer. Genau das darfst du übrigens von jeder Anbieterin erwarten: dass sie Nein sagen kann.

» Was das für deine Entscheidung heißt

Du musst nicht die beste Webdesignerin im DACH-Raum finden. Du musst die finden, die zu deinem Projekt, deinem Budget und deiner Arbeitsweise passt – und die dir das schriftlich gibt.

Nimm dir die acht Prüfpunkte, führe zwei oder drei Gespräche, und achte weniger auf die Bilder als auf die Antworten. Wenn jemand offen über Preise, Eigentum und Grenzen spricht, ist das ein besseres Zeichen als jedes Portfolio.

Häufige Fragen

Worauf muss ich achten, wenn ich eine Website erstellen lassen will?

Vor allem auf vier Dinge: Was genau im Preis enthalten ist, wer die Texte schreibt, wem Dateien, Domain und Hosting am Ende gehören und was eine Änderung nach dem Livegang kostet. Sind diese Punkte schriftlich und verständlich beantwortet, ist dein Risiko klein. Bleiben sie vage, wird es später teuer.

Festpreis oder Stundensatz – was ist besser?

Für klar umrissene Websites von Selbstständigen ist ein Festpreis meist besser: Du weißt vorher, was es kostet, und trägst kein Risiko, wenn etwas länger dauert. Ein Stundensatz passt zu offenen, wachsenden Projekten. Wichtig ist in beiden Fällen eine schriftliche Leistungsbeschreibung – ein Festpreis ohne Leistungsliste ist genauso unklar wie ein Stundensatz ohne Schätzung.

Was kostet es, eine Website erstellen zu lassen?

Seriöse Angebote für die Website einer Selbstständigen liegen im DACH-Raum meist im niedrigen bis mittleren vierstelligen Bereich. Deutlich darunter fehlt fast immer etwas – Texte, Struktur, Auffindbarkeit oder Betreuung. Deutlich darüber sollte einen sichtbaren Grund haben. Wichtiger als die Zahl ist, was drinsteckt.

Wie erkenne ich unseriöse Webdesign-Angebote?

An fünf Signalen: keinerlei Preisorientierung, gezielt aufgebaute Abhängigkeit („das kann nur ich pflegen“), monatliche Verträge ohne benannte Gegenleistung, garantierte Google-Platzierungen und eine fehlende schriftliche Leistungsbeschreibung. Ein einzelnes Signal ist noch kein Ausschlussgrund, zwei oder mehr schon.