» blog · technik & ladezeit · · von Cornelia Scherer

Was ist eine statische Website? Erklärt ohne Technikstudium

„Ich baue statische Websites.“ Wenn ich das im Erstgespräch sage, nicken die meisten höflich. Und ein paar Sätze später kommt die Frage, die eigentlich sofort kommen müsste: Was heißt das denn? Also erkläre ich es hier einmal in Ruhe – mit dem, was dafür spricht, und mit dem, was du dafür aufgibst.

» Was eine statische Website ist

Stell dir zwei Restaurants vor.

Im ersten wird jedes Gericht frisch gekocht, sobald jemand bestellt. Einkauf, schneiden, braten, anrichten. Das dauert, und wenn zwanzig Leute gleichzeitig bestellen, dauert es länger.

Im zweiten steht alles fertig bereit. Bestellung rein, Teller raus.

Eine statische Website ist das zweite Restaurant. Die Seiten liegen als fertige Dateien auf dem Server. Ruft jemand deine Angebotsseite auf, schickt der Server genau diese Datei – ohne Datenbank zu befragen, ohne Bausteine zusammenzusetzen, ohne zu rechnen.

WordPress ist das erste Restaurant. Bei jedem Aufruf fragt es die Datenbank nach dem Text, holt das Design aus dem Theme, lässt zwölf Plugins mitreden und setzt daraus die Seite zusammen. Jedes Mal neu, für jede Besucherin.

Das Ergebnis sieht am Ende gleich aus. Der Weg dahin ist völlig verschieden.

» Der Unterschied im Alltag

Was das praktisch bedeutet, merkst du an vier Stellen:

Der letzte Punkt ist der, den die meisten unterschätzen.

» Warum sie schneller ist

Der Server muss nichts tun außer eine Datei herausgeben. Das dauert Millisekunden statt Sekunden.

Das ist kein Angeberwert. Ladezeit entscheidet, ob jemand bleibt: Die Absprungrate steigt mit jeder zusätzlichen Sekunde, und Google zieht die Geschwindigkeit als Rankingfaktor heran. Bei einer Seite, die ohnehin um Sichtbarkeit kämpft, ist das kein Detail.

Und es gilt auch dann noch, wenn deine Kundin im Zug sitzt und schlechten Empfang hat. Genau dort entscheidet sich, wer wartet und wer weiterwischt.

» Sicherheit: Was nicht da ist, kann nicht angegriffen werden

Die meisten gehackten Websites werden nicht gezielt angegriffen. Sie werden von Programmen gefunden, die das Netz nach bekannten Lücken absuchen – ein veraltetes Plugin, eine schwache Anmeldung, eine Datenbank, die zu viel verrät.

Eine statische Website bietet dafür schlicht keine Angriffsfläche. Es gibt keine Anmeldung, kein Plugin und keine Datenbank. Was nicht existiert, kann nicht ausgenutzt werden.

Das heißt nicht, dass gar nichts passieren kann – dein Hosting-Zugang und deine Domain müssen weiterhin gut gesichert sein. Aber die häufigste Ursache fällt weg.

» Was du dafür aufgibst

Und jetzt der Teil, den Anbieter gern weglassen.

Du kannst Texte nicht selbst im Browser ändern. Es gibt kein Bearbeiten-Feld, in das du klickst. Wer eine Zeile ändern will, muss an die Datei.

Für die meisten Selbstständigen ist das kein Problem – die Angebotsbeschreibung ändert sich zweimal im Jahr, und dafür schreibst du eine Nachricht. Wenn du aber jede Woche selbst am Text feilen willst, ist das der falsche Aufbau für dich. Dann sag das im Erstgespräch, bevor gebaut wird.

Alles Dynamische braucht einen eigenen Weg. Ein Kontaktformular, eine Terminbuchung, ein Newsletter – das läuft über Dienste, die dazugeschaltet werden. Das funktioniert gut, ist aber ein zusätzlicher Baustein und keine eingebaute Selbstverständlichkeit.

Ein großer Shop ist etwas anderes. Bei tausend Artikeln mit Lagerbestand und Varianten spielt ein richtiges Shopsystem seine Stärken aus. Da wäre statisch die falsche Wahl.

Bei den laufenden Kosten dreht sich das Bild allerdings wieder: Was ohne Lizenzen und Wartungspauschalen auskommt, ist über die Jahre deutlich günstiger – mehr dazu in was eine Website wirklich kostet.

» Für wen es sich lohnt

Wenn deine Seite fünf bis zehn Seiten hat, wenn sie erklären und Anfragen bringen soll, wenn du nicht wöchentlich am Text schraubst – dann bekommst du mit einer statischen Website Tempo, Ruhe und niedrige laufende Kosten, ohne etwas zu verlieren, das du gebraucht hättest.

Ein Blog widerspricht dem übrigens nicht. Diese Seite hier ist statisch, und du liest gerade einen Blogartikel. Der Unterschied ist nur, dass die Seite beim Veröffentlichen einmal gebaut wird statt bei jedem Aufruf neu.

» Was das für dich heißt

Statisch ist keine Sparversion. Es ist eine andere Entscheidung: weniger bewegliche Teile, dafür weniger, was kaputtgehen kann.

Die ehrliche Prüffrage ist nicht „was ist moderner“, sondern: Wie oft willst du selbst an deiner Website arbeiten? Wenn die Antwort „ein paar Mal im Jahr“ lautet, brauchst du kein System, das dafür jeden Tag gewartet werden will.

Und wenn du wissen willst, wie das bei dir konkret aussähe: so arbeite ich.

Häufige Fragen

Was ist eine statische Website?

Eine statische Website besteht aus fertigen HTML-Dateien, die der Server unverändert an den Browser schickt. Es gibt keine Datenbank und kein Redaktionssystem, das jede Seite bei jedem Aufruf neu zusammenbaut. Deshalb lädt sie in Sekundenbruchteilen, bietet kaum Angriffsfläche und verursacht keine laufenden Lizenzkosten.

Kann ich eine statische Website später noch ändern lassen?

Ja, jederzeit. Du bekommst alle Dateien und bist an niemanden gebunden – auch nicht an mich. Jede Person, die HTML lesen kann, kann daran weiterarbeiten. Das ist ein Unterschied zu Baukästen, wo deine Seite im System des Anbieters bleibt und beim Wechsel neu gebaut werden muss.

Kann eine statische Website einen Blog haben?

Ja. Der Blog wird beim Veröffentlichen einmal gebaut, statt bei jedem Aufruf neu zusammengesetzt zu werden. Für Leserinnen ist kein Unterschied sichtbar – außer dass die Seiten schneller laden. Diese Seite ist das Beispiel dafür.

Ist eine statische Website billiger?

In der Anschaffung nicht unbedingt, im Betrieb fast immer. Es fallen keine Lizenzen, keine Plugin-Abos und keine regelmäßigen Wartungspauschalen für Updates an. Das Hosting ist günstiger, weil der Server weniger arbeiten muss.

Was ist mit Kontaktformular und Newsletter?

Beides geht. Das Formular läuft über ein kleines Skript auf dem Server, der Newsletter über einen Anbieter deiner Wahl. Im Alltag merkst du keinen Unterschied – es ist nur nicht Teil eines großen Systems, sondern ein eigener Baustein.