» Die ehrlichen Preisspannen im DACH-Markt
Es gibt keinen amtlichen Preis für eine Website. Was es gibt, sind Spannen, die sich am Markt eingependelt haben. Die folgenden Zahlen sind typische Größenordnungen für Selbstständige und kleine Unternehmen im deutschsprachigen Raum – keine Statistik, sondern das, was in Angeboten realistisch auftaucht.
Baukasten im Eigenbau: 0–30 € pro Monat plus deine Zeit
Die bekannten Baukästen kosten dich zwischen null und rund 30 Euro monatlich, je nachdem, ob du eine eigene Domain, mehr Speicher oder einen Shop brauchst. Du zahlst für eine Oberfläche, in der du selbst klickst. Was du nicht bekommst: eine Strategie, Texte, die verkaufen, und jemanden, der merkt, wenn deine Startseite nicht sagt, was du eigentlich anbietest.
Der zweite Haken ist die Abhängigkeit. Deine Seite liegt im System des Anbieters. Kündigst du das Abo, ist sie weg – Mitnehmen in der Regel ausgeschlossen. Und die Ladezeiten sind bei Baukästen selten gut, weil viel Technik mitgeladen wird, die deine Seite gar nicht braucht.
Freelancerin oder Freelancer: 800–3.000 €
Das ist die Spanne, in der die meisten Selbstständigen landen. Für 800 bis 1.200 Euro bekommst du typischerweise eine solide, aber schlanke Umsetzung: wenige Seiten, du lieferst Texte und Bilder. Zwischen 1.500 und 3.000 Euro liegen Projekte mit mehr Seiten, geschriebenen Texten, SEO-Grundlagen und einem Design, das nicht nach Vorlage aussieht.
Du zahlst hier vor allem für eine Person, die den Überblick behält. Kurze Wege, direkte Absprachen, kein Ticketsystem. Der Nachteil: Eine einzelne Person hat begrenzte Kapazität – und wenn sie krank wird, wartet dein Projekt.
Kleine Agentur: 3.000–10.000 €
Hier arbeiten mehrere Menschen an deinem Projekt: Konzept, Design, Umsetzung, oft noch Text und SEO getrennt. Du zahlst für Prozess, Abstimmungsrunden, Dokumentation und Ausfallsicherheit. Für ein Unternehmen mit mehreren Angeboten, Standorten oder Zielgruppen ist das sinnvoll. Für eine Einzelunternehmerin mit einem klaren Angebot ist es meistens deutlich mehr Apparat, als das Ergebnis braucht.
Große Agentur: ab 10.000 €
Ab dieser Größenordnung geht es um Markenentwicklung, Nutzerforschung, individuelle Systeme, Schnittstellen zu Warenwirtschaft oder CRM. Sinnvoll für Firmen mit Marketingabteilung. Für Solo-Selbstständige ist das kein Vergleichsmaßstab, sondern eine andere Liga.
» Was den Preis wirklich treibt
Wenn zwei Angebote 900 und 2.900 Euro sagen, liegt der Unterschied fast nie in der Gier des einen. Er liegt in diesen Punkten:
- Seitenanzahl. Jede zusätzliche Seite kostet Konzept, Layout, Text und Test. Der Sprung von 5 auf 12 Seiten verdoppelt den Aufwand fast. Bevor du bezahlst, lohnt die Frage, wie viel Website ein Einzelbusiness wirklich braucht – oft sind es vier oder fünf Seiten.
- Texte. Der größte einzelne Preisunterschied. Lieferst du fertige Texte, sparst du schnell mehrere hundert Euro. Schreibt sie jemand für dich, kostet das Zeit für Interview, Struktur und Formulierung – dafür verkauft die Seite in der Regel besser.
- Individualität. Vorlage anpassen oder von Grund auf gestalten sind zwei verschiedene Berufe. Beides kann richtig sein. Nur sollte im Angebot stehen, was du bekommst.
- SEO. Eine technische Grundoptimierung ist meist enthalten. Keyword-Recherche, Inhaltsstrategie und Optimierung für KI-Suchen sind eigene Leistungen mit eigenem Preis.
- Funktionen. Shop, Online-Buchung, Mitgliederbereich, mehrsprachige Seiten oder ein Kundenlogin verändern die Größenordnung sofort. Ein Buchungssystem kann allein so viel kosten wie die restliche Seite.
- Zeitdruck. „Bis nächste Woche“ heißt: andere Projekte müssen warten. Express-Aufschläge von 20 bis 50 Prozent sind am Markt normal.
» Die Folgekosten, an die kaum jemand denkt
Der Angebotspreis ist nur der Anfang. Diese Posten kommen dazu – und sie sind der Grund, warum manche „günstige“ Website nach zwei Jahren die teurere war:
- Domain: typisch 10–25 € pro Jahr.
- Hosting: 3–20 € pro Monat für kleine Websites. Bei statischen Seiten reicht das untere Ende, weil keine Datenbank läuft.
- Wartung und Updates: Bei Systemen mit Plugins fallen regelmäßig Sicherheitsupdates an. Wartungspakete liegen typisch bei 30–150 € pro Monat. Bei einer statischen HTML-Seite entfällt dieser Posten weitgehend – es gibt schlicht nichts zu patchen.
- Lizenzen: Premium-Theme, Formular-Plugin, Backup-Tool, SEO-Tool – schnell 100–400 € pro Jahr, oft als Abo.
- Änderungen nach dem Livegang: Neuer Preis, neues Angebot, neues Foto. Frag vorher, was eine kleine Änderung kostet. Antworten zwischen „mach ich kurz“ und „Mindestabrechnung eine Stunde“ sind beide legitim – du solltest es nur vorher wissen.
- Baukasten-Abos: Der Klassiker. 25 € im Monat klingen harmlos, sind aber 300 € im Jahr und 1.500 € in fünf Jahren – für eine Seite, die dir am Ende nicht gehört.
» Die ehrliche Rechnung: Website selbst machen
„Ich mach das selbst, das kostet ja nichts“ ist der teuerste Satz in dieser Rechnung. Rechne einmal mit:
- Einarbeitung ins Tool: 5–10 Stunden
- Struktur und Seitenaufbau: 6–10 Stunden
- Texte schreiben, verwerfen, neu schreiben: 10–20 Stunden
- Bilder suchen, zuschneiden, optimieren: 4–8 Stunden
- Mobil prüfen, Formular testen, Rechtstexte einbauen: 5–10 Stunden
Macht 30 bis 60 Stunden. Nimm einen vorsichtigen eigenen Stundensatz von 60 Euro: Das sind 1.800 bis 3.600 Euro an Arbeitszeit, die du nicht abrechnest. Bei 90 Euro Stundensatz sind es 2.700 bis 5.400 Euro. Dazu kommt, was du in dieser Zeit nicht getan hast – Kundenprojekte, Akquise, Angebote.
Das heißt nicht, dass Selbermachen falsch ist. Wenn du am Anfang stehst, Zeit hast und Budget knapp ist, ist es eine ehrliche Option. Es heißt nur: Es ist nicht kostenlos. Du bezahlst mit einer Währung, die auf keiner Rechnung auftaucht.
» Woran du ein faires Angebot erkennst
Preis allein sagt wenig. Ob ein Angebot fair ist, erkennst du an fünf Punkten:
- Festpreis statt Schätzung. Bei einem klar umrissenen Website-Projekt sollte eine Zahl im Angebot stehen, keine Spanne mit Sternchen. Wer nur einen Stundensatz nennt, verschiebt das gesamte Risiko zu dir.
- Leistungsumfang schriftlich. Seitenanzahl, Anzahl der Korrekturschleifen, wer die Texte liefert, wer die Bilder besorgt, Liefertermin. Steht das nicht drin, ist jeder spätere Streit vorprogrammiert.
- Dir gehören die Dateien. Frag direkt: „Bekomme ich die fertigen Dateien und kann ich sie zu einem anderen Hoster mitnehmen?“ Wenn die Antwort ausweicht, weißt du genug.
- Änderungen sind ausgepreist. Was kostet eine kleine Textänderung in einem halben Jahr? Eine neue Unterseite? Ein faires Angebot beantwortet das, bevor du fragst.
- Der Preis steht öffentlich. Wer seine Preise auf der eigenen Seite zeigt, hat sie durchgerechnet. Warum offene Preise Vertrauen schaffen, gilt für Webdesignerinnen genauso wie für dich.
» Meine eigenen Preise als Vergleichspunkt
Damit du eine konkrete Zahl zum Einordnen hast, hier meine: Das Basis-Paket kostet 1.490 € zzgl. USt. und umfasst bis zu 5 Seiten, responsives Design, Kontaktformular, Analytics-Einrichtung und die fertigen Dateien zum Mitnehmen. Das Komplett-Paket kostet 2.490 € zzgl. USt. und enthält zusätzlich bis zu 8 Seiten, alle Texte von mir geschrieben, SEO-Grundoptimierung, Newsletter-Anbindung und Bildauswahl. Beides live in 7 Tagen ab Freigabe deiner Inhalte.
Dazu kommen Extras mit festen Preisen: weitere Angebotsseite 290 €, Blog einrichten 290 €, Funnel plus Newsletter 650 €, laufende Pflege ab 49 € im Monat. Alles im Detail steht auf meiner Angebotsseite.
Ich nenne das nicht, weil es der richtige Preis für jeden ist. Ich nenne es, weil du irgendeinen festen Punkt brauchst, um Angebote zu vergleichen. Wenn dir jemand 400 Euro nennt, weißt du jetzt, dass dafür Texte, SEO und Übergabe der Dateien vermutlich nicht drin sind. Wenn jemand 8.000 Euro will, kannst du gezielt fragen, was diese Differenz enthält.
» Was das für deine Entscheidung heißt
Eine Website ist keine Ausgabe, sondern eine Investition mit Laufzeit. Rechne deshalb nie nur den Angebotspreis, sondern die Gesamtkosten über drei Jahre – inklusive Hosting, Wartung, Änderungen und der Zeit, die du selbst investierst. Und rechne dagegen, was ein einziger zusätzlicher Kunde pro Jahr dir bringt.
Wenn dein durchschnittlicher Auftrag 1.500 Euro wert ist, hat sich eine Website für 1.490 Euro nach einem einzigen Auftrag bezahlt. Wenn sie dir in drei Jahren keinen einzigen Kunden bringt, war auch der 300-Euro-Baukasten zu teuer. Der Preis ist selten das eigentliche Problem. Die Frage ist, ob die Seite am Ende Anfragen bringt.
Häufige Fragen
Was kostet eine Website für Selbstständige 2026?
Typisch am Markt zahlen Selbstständige im DACH-Raum für eine professionell erstellte Website mit 4 bis 8 Seiten zwischen 800 und 3.000 € bei Freelancern und zwischen 3.000 und 10.000 € bei kleinen Agenturen. Ein Baukasten im Eigenbau kostet 0 bis 30 € pro Monat, dafür investierst du 30 bis 60 Stunden eigene Arbeitszeit. Der Preis hängt vor allem von Seitenanzahl, Texten, Individualität und Funktionen ab.
Welche laufenden Kosten hat eine Website?
Rechne mit 10–25 € pro Jahr für die Domain und 3–20 € pro Monat für Hosting. Dazu kommen je nach System Lizenzen für Plugins oder Themes, Wartung und Sicherheitsupdates sowie Kosten für Änderungen nach dem Livegang. Eine statische HTML-Website hat hier den Vorteil, dass Plugin-Lizenzen und regelmäßige Sicherheitsupdates komplett entfallen.
Ist es günstiger, die Website selbst zu erstellen?
Nur auf dem Kontoauszug. Realistisch brauchen Einsteigerinnen 30 bis 60 Stunden für eine ordentliche Website inklusive Texten. Bei einem eigenen Stundensatz von 60 € sind das 1.800 bis 3.600 € an nicht abgerechneter Arbeitszeit – plus die Aufträge, die du in dieser Zeit nicht gewonnen hast. Der Baukasten ist selten die günstigere, sondern meist nur die unsichtbarer bezahlte Variante.
Festpreis oder Stundensatz – was ist besser?
Für ein klar abgegrenztes Website-Projekt ist ein Festpreis in der Regel die sicherere Wahl: Du kennst die Summe vorher und das Risiko für Verzögerungen liegt beim Dienstleister. Ein Stundensatz ist sinnvoll für laufende Betreuung oder Projekte, deren Umfang sich noch verändert. Entscheidend ist in beiden Fällen ein schriftlicher Leistungsumfang mit Seitenanzahl, Korrekturschleifen und Liefertermin.