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AEO und GEO: Wie du von ChatGPT und Perplexity empfohlen wirst

Immer mehr Menschen fragen nicht mehr Google, sondern eine KI: „Wer macht gute Websites für Coaches?“ Und bekommen drei Namen statt zehn blauer Links. Ob dein Name dabei ist, entscheidet sich auf deiner Website. Hier erkläre ich in Ruhe, was AEO und GEO bedeuten – und was du wirklich tun kannst.

» Was sich gerade wirklich ändert

Die Suche verschiebt sich. Nicht schlagartig, aber deutlich. Wer früher „Steuerberaterin für Selbstständige Berlin“ bei Google eingab, bekam eine Liste und klickte sich durch. Wer heute dieselbe Frage an ChatGPT, Perplexity oder Googles KI-Übersicht stellt, bekommt einen fertigen Absatz – mit zwei, drei Namen und ein paar Quellenlinks am Rand.

Für dich als Selbstständige heißt das zweierlei. Erstens: Es gibt eine neue Ebene zwischen dir und deiner Kundin. Die KI liest deine Website und erzählt jemand anderem davon. Zweitens: Der Wettbewerb wird enger. In einer Liste mit zehn Ergebnissen bist du vielleicht auf Platz sechs sichtbar. In einer KI-Antwort mit drei Namen bist du entweder dabei oder nicht.

Das klingt beunruhigender, als es ist. Denn die Kriterien sind nicht geheim und nicht magisch. Sie sind größtenteils das, was gute Websites schon immer ausgezeichnet hat – nur strenger.

» SEO, AEO, GEO: die Begriffe sauber getrennt

Drei Abkürzungen, ein Ziel: gefunden werden. Der Unterschied liegt darin, wo du auftauchst.

Und jetzt der nüchterne Teil: Die Grenzen zwischen AEO und GEO sind unscharf, und in der Branche werden die Begriffe munter durcheinandergeworfen. Es gibt keine getrennten Disziplinen mit eigenen Werkzeugkästen. Es gibt eine Arbeitsweise, die auf alle drei einzahlt. Lass dich also nicht von jemandem beeindrucken, der dir „GEO-Pakete“ verkaufen will, als wäre das etwas völlig Neues.

» Wie KI-Suchen ihre Quellen auswählen

Niemand außerhalb der Anbieter kennt die genauen Mechanismen, und wer etwas anderes behauptet, rät. Was sich aber gut beobachten lässt: Bestimmte Arten von Seiten werden auffällig häufig zitiert. Fünf Muster wiederholen sich.

Klare Struktur. KI-Systeme zerlegen deine Seite in Abschnitte und bewerten diese einzeln. Ein Abschnitt, der auch aus dem Zusammenhang gerissen verständlich ist, ist brauchbares Material. Ein Absatz, der auf drei vorherige Absätze aufbaut, ist es nicht.

Eindeutige Antworten auf echte Fragen. „Was kostet eine Website für Selbstständige?“ ist eine echte Frage. Eine Seite, die darauf mit einer Zahl und einer Erklärung antwortet, ist zitierfähig. Eine Seite, die „Das kommt ganz auf Ihre individuellen Bedürfnisse an“ schreibt, ist es nicht – da steht nämlich keine Information drin.

Nachvollziehbare Fakten. Konkrete Zahlen, Jahreszahlen, benannte Quellen, klare Aussagen zu Leistung, Zielgruppe und Ort. Vage Werbesprache lässt sich nicht zitieren, weil sie nichts behauptet, das man weitergeben könnte.

Erwähnungen anderswo. Was auf mehreren unabhängigen Seiten steht, wirkt bestätigt. Verzeichnisse, Interviews, Gastartikel, Partnerseiten, Bewertungen – das sind Belege dafür, dass es dich wirklich gibt und wofür du stehst. Diesen Teil kannst du nicht allein auf deiner Website erledigen.

Technische Lesbarkeit. Und hier wird es unangenehm konkret: Die Crawler der KI-Anbieter führen in aller Regel kein JavaScript aus. Sie holen sich das HTML und lesen, was drinsteht. Wenn dein Text erst im Browser aus Bausteinen zusammengesetzt wird – wie bei vielen modernen Systemen und Baukästen üblich –, dann sieht die KI eine praktisch leere Seite. Nicht schlecht bewertet. Gar nicht gesehen.

» Sieben Dinge, die du konkret tun kannst

Nichts davon braucht ein Studium. Das meiste ist Schreibhandwerk, ein kleinerer Teil ist Technik.

Und noch ein kleiner Zusatz: die llms.txt. Eine schlichte Textdatei im Hauptverzeichnis deiner Website, die in Stichpunkten zusammenfasst, wer du bist, was du anbietest und wo die wichtigsten Inhalte liegen. Ein junger, noch nicht flächendeckend unterstützter Standard – aber sie ist in zwanzig Minuten geschrieben und kann nicht schaden.

» Was nicht funktioniert

Genauso wichtig wie die Liste oben: die Dinge, die dir nur Zeit kosten.

Keyword-Stuffing. Denselben Begriff dreißigmal unterzubringen hat schon bei Google nicht mehr funktioniert. Sprachmodelle verstehen Bedeutung, nicht Häufigkeit – ein Text voller Wiederholungen wirkt auf sie schlicht wie schlechter Text.

KI-Texte ohne eigene Substanz. Wenn du ein Sprachmodell dreißig Artikel schreiben lässt, die aus allgemein bekanntem Wissen bestehen, entsteht genau das, was die KI ohnehin schon weiß. Es gibt keinen Grund, dich als Quelle zu nennen. Was dich zitierfähig macht, ist das, was nur du hast: deine Zahlen, deine Erfahrung, deine Beispiele, deine Meinung. Wie du KI dabei sinnvoll einsetzt, ohne austauschbar zu werden, steht in meinem Artikel über KI im Webdesign.

Trickserei. Versteckter Text, gefälschte Bewertungen, erfundene Statistiken, Seiten voller Behauptungen ohne Grundlage. Das fliegt auf, und im Zweifel schadet es deinem Ruf mehr, als eine Nennung je wert wäre.

» Der ehrliche Realitätscheck

Es gibt keine Garantie. Niemand kann dir zusichern, dass ChatGPT dich empfiehlt, und es gibt keinen Platz 1, den man buchen könnte. KI-Antworten entstehen bei jeder Anfrage neu und fallen je nach Formulierung, Zeitpunkt und Modell unterschiedlich aus. Zwei Menschen können dieselbe Frage stellen und verschiedene Namen genannt bekommen.

Auch das Messen ist mühsam. Du siehst nicht in einem Dashboard, wie oft du zitiert wurdest. Was du tun kannst: Stell deine eigenen typischen Kundenfragen regelmäßig selbst in ChatGPT und Perplexity und schau, wer genannt wird. Das ist unwissenschaftlich, aber es ist ehrlicher als jedes Versprechen.

Was dagegen ziemlich sicher stimmt: Wer klar, konkret und beantwortend schreibt und eine technisch saubere Seite hat, wird häufiger zitiert als jemand, der es nicht tut. Das ist keine Garantie, sondern eine Wahrscheinlichkeit – und Wahrscheinlichkeiten sind das, womit Sichtbarkeit schon immer funktioniert hat.

» Ein Beispiel: diese Website hier

Damit das nicht nur Theorie bleibt: Die Seite, auf der du gerade liest, ist genau nach diesen Regeln gebaut. Sie besteht aus statischem HTML – jeder Text steht im Quelltext, es muss kein Skript etwas zusammensetzen. Jeder Artikel hat eine Zusammenfassungs-Box oben, Überschriften, die den Inhalt benennen, und einen FAQ-Block am Ende, der mit FAQPage-Markup hinterlegt ist. Autorin und Datum stehen in den strukturierten Daten. Eine llms.txt liegt im Hauptverzeichnis.

Nichts davon ist spektakulär, und nichts davon war teuer. Es ist einfach die Bauweise, für die ich mich entschieden habe – und die Grundlage jeder Website, die ich für Kundinnen baue. Was ich empfehle, mache ich auch selbst.

» Was das für dich heißt

Fang klein an. Nimm die drei Fragen, die dir deine Kundinnen am häufigsten stellen, und beantworte sie auf deiner Website – als Überschrift die Frage, im ersten Satz die Antwort, danach die Erklärung. Prüf, ob dein Text auch ohne JavaScript im Quelltext steht. Ergänze einen FAQ-Block mit strukturierten Daten. Das sind ein paar Stunden Arbeit, keine Neuausrichtung deines Geschäfts.

Und dann gilt, was für Sichtbarkeit immer galt: dranbleiben, ehrlich schreiben, konkret werden. Die Maschinen haben sich geändert. Was gute Inhalte ausmacht, im Kern nicht.

Häufige Fragen

Was ist AEO?

AEO steht für Answer Engine Optimization, also Optimierung für Antwortmaschinen. Es geht darum, Inhalte so zu schreiben, dass sie direkt als Antwort auf eine konkrete Frage ausgespielt werden können – in Googles KI-Übersichten, in Sprachassistenten oder in KI-Suchen. Der wichtigste Hebel: Die Antwort steht im ersten Satz eines Abschnitts, nicht erst nach drei Absätzen Anlauf.

Was ist der Unterschied zwischen AEO und GEO?

AEO zielt darauf, dass dein Inhalt als fertige Antwort ausgespielt wird. GEO (Generative Engine Optimization) zielt darauf, dass du in einem KI-generierten Text vorkommst – als zitierte Quelle oder als namentliche Empfehlung. In der Praxis überschneiden sich beide stark: Wer klar strukturiert, konkret und belegbar schreibt, arbeitet automatisch an beidem.

Wie werde ich von ChatGPT gefunden?

Indem deine Website technisch lesbar ist und deine Inhalte echte Fragen eindeutig beantworten. KI-Crawler führen in der Regel kein JavaScript aus – dein Text muss also direkt im HTML stehen. Dazu kommen klare Überschriften, FAQ-Blöcke mit strukturierten Daten, konkrete Angaben zu Leistung, Zielgruppe und Preis sowie Erwähnungen auf anderen Seiten. Garantien gibt es nicht, aber diese Punkte erhöhen die Chance deutlich.

Kann ich mich bei KI-Suchen auf Platz 1 einkaufen?

Nein. Es gibt bei KI-Antworten keine buchbare Position und keine Agentur, die dir eine Nennung garantieren kann. Antworten entstehen je nach Frage, Formulierung und Zeitpunkt neu und fallen unterschiedlich aus. Seriös ist nur der indirekte Weg: sauber strukturierte, ehrliche und schnell auslieferbare Inhalte, die häufiger als Quelle taugen als die deiner Mitbewerber.