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Google Unternehmensprofil erstellen: Anleitung für Selbstständige

Es ist der einzige Eintrag, der dich in die Google-Karte bringt – und der am häufigsten halb ausgefüllt liegen bleibt. Hier steht, wie du dein Google Unternehmensprofil in etwa zwanzig Minuten einrichtest, auch ohne Ladenlokal, und welche vier Felder darüber entscheiden, ob dich jemand findet.

» Was das Google Unternehmensprofil eigentlich ist

Wenn jemand nach „Steuerberaterin Köln“ oder „Fotografin in meiner Nähe“ sucht, erscheint über den normalen Suchergebnissen ein Kasten mit einer Karte und drei Einträgen. Diese drei Plätze werden nicht über deine Website vergeben, sondern über das Google Unternehmensprofil – früher hieß das Google My Business. Wer dort keinen Eintrag hat, kann diese Plätze gar nicht erreichen, egal wie gut die eigene Seite ist.

Der Eintrag ist kostenlos, du brauchst nur ein Google-Konto. Wenn dich jemand anruft und dir gegen Gebühr eine „Eintragung bei Google“ oder eine „Optimierung deines Profils“ verkaufen will: auflegen. Es gibt nichts zu kaufen.

Der wichtigste Punkt vorweg: Das Profil ist kein Ersatz für deine Website. Es ist ein Eintrag auf fremdem Grund, den Google jederzeit ändern, zusammenlegen oder sperren kann. Es bringt dich in die Karte – überzeugt wird auf deiner eigenen Seite.

» Ohne Ladenlokal? Geht trotzdem

Das ist der Punkt, an dem die meisten Selbstständigen abbrechen: Sie arbeiten vom Küchentisch aus und wollen ihre Privatadresse nicht im Internet stehen haben. Verständlich – und es ist auch nicht nötig.

Google unterscheidet zwei Arten von Betrieben. Der eine hat eine Adresse, zu der Kundinnen kommen: Praxis, Laden, Studio. Der andere sucht seine Kundinnen auf oder arbeitet komplett online. Für die zweite Variante gibst du deine Adresse zur Verifizierung an, legst sie danach aber auf privat und trägst stattdessen ein Einzugsgebiet ein – deine Stadt, den Landkreis, ein Bundesland oder ganz Deutschland.

Öffentlich sichtbar ist dann nur noch: „Bietet Dienstleistungen in Köln und Umgebung an.“ Deine Straße sieht niemand. Ein Postfach oder die Adresse eines Coworking-Space, in dem du nicht wirklich arbeitest, funktionieren dagegen nicht – Google prüft das, und ein gesperrtes Profil zurückzuholen ist deutlich mühsamer, als es einmal richtig anzulegen.

» Schritt für Schritt eingerichtet

Du legst das Profil direkt in der Google-Suche an: Melde dich mit deinem Google-Konto an und suche nach deinem Unternehmensnamen. Existiert schon ein Eintrag – das passiert häufiger, als man denkt, weil Google Betriebe teilweise automatisch anlegt –, forderst du ihn über „Inhaber dieses Unternehmens?“ an, statt ein zweites Profil zu erstellen. Zwei Profile für ein Unternehmen schaden dir, weil sich die Signale aufteilen.

Danach führt dich Google durch die Einrichtung:

1. Name. Exakt der Name, unter dem du auftrittst. Keine Zusätze wie „Webdesign Köln günstig“ – Keywords im Namen sind ein Verstoß gegen die Richtlinien, und Mitbewerber melden das zuverlässig.

2. Kategorie. Dazu gleich mehr, das ist die wichtigste Einstellung überhaupt.

3. Standort und Einzugsgebiet. Wie oben beschrieben.

4. Kontaktdaten. Telefonnummer und Website-Adresse.

5. Verifizierung. Je nach Branche und Standort per Video, Telefon, E-Mail oder Postkarte. Die Videoverifizierung ist inzwischen der Normalfall: Du filmst in einem Durchgang deinen Arbeitsplatz, ein Schild oder Geschäftsunterlagen und dich selbst. Bis zur Bestätigung ist das Profil nicht öffentlich sichtbar – rechne mit ein paar Tagen, beim Postweg mit ein bis zwei Wochen.

» Die vier Felder, auf die es ankommt

Ein angelegtes Profil ist noch kein gutes Profil. Diese vier Stellen machen den Unterschied zwischen „existiert“ und „wird gefunden“:

Die Hauptkategorie ist der stärkste einzelne Faktor dafür, bei welchen Suchen du überhaupt auftauchst. Du kannst nur aus Googles vorgegebener Liste wählen, also nimm die spezifischste Bezeichnung, die zutrifft – „Hochzeitsfotograf“ statt „Fotograf“, wenn das dein Geschäft ist. Bis zu neun weitere Kategorien darfst du ergänzen, aber sie wiegen deutlich weniger. Wer alles anklickt, was halbwegs passt, verwässert das Signal.

Die Leistungen. Hier trägst du deine Angebote einzeln ein, jeweils mit einem kurzen Beschreibungstext. Das ist der Teil, den fast alle leer lassen – dabei ist es die Stelle, an der du in eigenen Worten formulieren darfst, wonach deine Kundinnen tatsächlich suchen. Nutze die Sprache deiner Kundinnen, nicht deine Branchenbegriffe.

Die Unternehmensbeschreibung hat rund 750 Zeichen. Schreib sie für Menschen, nicht als Keyword-Liste: Was machst du, für wen, und was hat jemand davon. Die gleiche Regel gilt hier wie für deine Website – gute Texte klingen nach einem Menschen. Wie das heute aussieht, habe ich in meinem Artikel über SEO-Texte, die noch funktionieren, ausführlich beschrieben.

Fotos. Ein Profil ohne Bilder wirkt verwaist. Ein Porträtfoto, drei bis fünf Bilder von deiner Arbeit oder deinem Arbeitsplatz genügen. Keine Stockfotos – die erkennt man, und sie erzeugen genau das Misstrauen, das du vermeiden willst.

» Warum das Profil auch für KI-Suchen zählt

Wenn jemand ChatGPT oder Perplexity fragt „Wer macht Websites für Selbstständige in Köln?“, dann erfindet die KI die Antwort nicht. Sie greift auf Quellen zu, und bei lokalen Fragen sind das strukturierte Daten: Kartendienste, Verzeichnisse, Bewertungen, Unternehmensprofile. Genau die Daten, die du hier einträgst.

Das ist der Grund, warum sich der Aufwand heute mehr lohnt als vor drei Jahren. Ein vollständiges Profil mit klarer Kategorie, benannten Leistungen und echten Bewertungen ist maschinenlesbar. Ein leeres Profil liefert nichts, was eine KI zitieren könnte. Was du sonst noch tun kannst, um in KI-Antworten aufzutauchen, steht in meinem Artikel zu AEO und GEO.

Entscheidend ist dabei die Übereinstimmung: Name, Adresse und Telefonnummer müssen im Profil und auf deiner Website identisch sein – Zeichen für Zeichen. „Str.“ hier und „Straße“ dort, zwei verschiedene Telefonnummern, ein leicht abweichender Firmenname: Jede Abweichung schwächt das Signal, weil Maschinen nicht sicher zuordnen können, ob es sich um denselben Betrieb handelt. Prüf einmal deine Impressumsseite und dein Profil nebeneinander. Bei den meisten stimmt irgendetwas nicht.

» Was danach zu tun ist

Ein Profil ist kein Projekt, sondern eine Gewohnheit. Viel ist es aber nicht:

Bewertungen aktiv einsammeln. Sie sind der zweitstärkste lokale Rankingfaktor und gleichzeitig das, was Menschen tatsächlich lesen. Frag zufriedene Kundinnen direkt nach Projektende, wenn die Begeisterung frisch ist, und schick den Bewertungslink gleich mit. Nie einkaufen, nie eintauschen. Antworte auf jede Bewertung – auch auf kritische, dort besonders sachlich.

Öffnungszeiten pflegen. Auch wenn du keinen Laden hast: Feiertage und Urlaub eintragen. Falsche Zeiten sind der häufigste Grund für Ärger im Profil.

Gelegentlich einen Beitrag posten. Ein neues Angebot, ein abgeschlossenes Projekt, eine Ankündigung. Alle paar Wochen reicht; es zeigt Google und Besucherinnen, dass der Betrieb aktiv ist.

Fragen beantworten. Im Bereich „Fragen und Antworten“ darf jeder etwas fragen – und leider auch beantworten. Du kannst dort selbst die typischen Fragen stellen und beantworten, die du ohnehin ständig hörst.

» Der Eintrag bringt dich hin, die Website überzeugt

Das Google Unternehmensprofil ist eine der wenigen Maßnahmen mit einem ehrlich guten Verhältnis von Aufwand zu Wirkung: einmal zwanzig Minuten einrichten, danach ein paar Minuten im Monat. Es bringt dich in die Karte, in lokale Suchergebnisse und in die Datenbasis, aus der KI-Suchen ihre Empfehlungen ziehen.

Nur endet die Reise dort nicht. Wer dich in der Karte findet, klickt auf deine Website – und entscheidet dort in wenigen Sekunden, ob er dich anfragt. Wenn diese Seite langsam lädt, unklar aufgebaut ist oder nicht sagt, was du eigentlich anbietest, war der ganze Weg umsonst. Genau deshalb baue ich Websites, die schnell laden und klar sagen, worum es geht. Der Eintrag bringt die Leute hin. Überzeugen musst du auf deiner eigenen Seite.

Häufige Fragen

Brauche ich ein Ladenlokal für ein Google Unternehmensprofil?

Nein. Google unterscheidet zwischen Betrieben mit Ladenlokal und Betrieben, die ihre Kundinnen aufsuchen oder online arbeiten. Wenn du aus dem Homeoffice arbeitest, gibst du deine Adresse zur Verifizierung an und legst sie danach auf privat. Sichtbar ist dann nur dein Einzugsgebiet, zum Beispiel eine Stadt, eine Region oder ganz Deutschland.

Ist das Google Unternehmensprofil kostenlos?

Ja, das Profil selbst kostet nichts, du brauchst nur ein Google-Konto. Anrufe und Angebote von Drittanbietern, die dir gegen Gebühr eine Eintragung oder Optimierung verkaufen wollen, kannst du ignorieren – alles, was du brauchst, machst du selbst in etwa zwanzig Minuten.

Wie lange dauert die Verifizierung?

Das hängt vom Verfahren ab. Video oder Telefon sind oft in wenigen Tagen erledigt, der Postweg dauert ein bis zwei Wochen. Solange das Profil nicht bestätigt ist, erscheint es nicht in der Suche – erst nach der Bestätigung wird es öffentlich sichtbar.

Ersetzt das Profil meine Website?

Nein. Das Profil ist ein Eintrag, den Google kontrolliert und jederzeit ändern oder sperren kann. Deine Website gehört dir. Das Profil bringt dich in die Karte und in lokale Suchergebnisse, verkauft wird aber auf deiner Seite – deshalb gehören beide zusammen, mit identischen Angaben zu Name, Adresse und Telefonnummer.