» blog · · aktualisiert Juli 2026

Deine Über-mich-Seite ist keine Autobiografie – sondern ein Verkaufsinstrument

„Ich wurde 1985 geboren…“ – und schon ist deine Besucherin weg. Die Über-mich-Seite ist oft die zweitmeistbesuchte Seite deiner Website, und die meisten verschenken sie an ihren Lebenslauf. Dabei hat sie genau einen Job: Vertrauen aufbauen und zur Handlung führen.

» Was die meisten falsch machen

Zu viel Ich, zu wenig Du. „Ich bin… ich habe… ich kann…“ – fünfzehn Absätze über dich, null Absätze darüber, was das für deine Leserin bedeutet. Die harte Wahrheit: Niemand interessiert sich für deine Lebensgeschichte. Alle interessieren sich für ihre eigenen Probleme. Deine Geschichte ist nur dann relevant, wenn sie zeigt, dass du diese Probleme verstehst.

Chronologische Lebensläufe. „1998 habe ich angefangen… 2005 kam dann… heute bin ich…“ Das ist eine Bewerbung, kein Verkaufstext. Deine Über-mich-Seite ist Marketing – sie soll überzeugen, nicht dokumentieren.

Kein Call-to-Action. Die Seite endet einfach. Ohne nächsten Schritt, ohne Aufforderung. Deine Leserin denkt: „Nett. Und jetzt?“ – und geht.

» Was auf eine gute Über-mich-Seite gehört

Eine Überschrift, die anzieht. Nicht „Über mich“ oder „Meine Geschichte“, sondern etwas wie „Warum ich verstehe, womit du kämpfst“. Die Überschrift muss Interesse wecken, nicht nur informieren.

Ein Hook in den ersten Sätzen. Die ersten zwei, drei Sätze entscheiden, ob jemand weiterliest. Schlecht: „Mein Name ist Sarah und ich bin Business-Coach.“ Gut: „Vor drei Jahren saß ich um Mitternacht am Schreibtisch. Wieder. Erschöpft von einem 12-Stunden-Tag, der nichts gebracht hat.“ Merkst du den Unterschied?

Deine Transformation – nicht deine Biografie. Menschen lieben Geschichten von A nach B: „Ich war überfordert → ich habe etwas gelernt → heute helfe ich anderen dabei.“ Das ist interessant, weil deine Leserin sich in A wiedererkennt.

Dein Warum – aber konkret. Nicht: „Ich bin Coach geworden, weil ich Menschen helfen will.“ Sondern: „Ich war selbst in der Hamsterrad-Falle. Ich weiß, wie es sich anfühlt, alles zu geben und trotzdem nicht weiterzukommen. Deshalb zeige ich anderen den Weg raus.“ Das ist echt. Das ist glaubwürdig.

Deine Qualifikation – aber nur die relevante. „Ich habe 15 Ausbildungen gemacht“ beeindruckt nicht, es verwirrt. „Ich bin ausgebildete XY und arbeite seit sieben Jahren mit Solopreneurinnen“ – das ist klar.

Was dich anders macht. Dein Ansatz, deine Methode, deine Haltung – irgendetwas unterscheidet dich von anderen in deiner Branche. Das muss rein. Sonst bist du austauschbar.

Ein klarer Call-to-Action. Die Seite muss mit einer Handlungsaufforderung enden: „Lass uns reden – buch dir hier ein Erstgespräch.“ Ohne CTA ist die ganze Seite verschenkt.

» Die Struktur, die funktioniert

Wenn du deine Über-mich-Seite neu schreibst, arbeite dich an diesen sechs Bausteinen entlang:

1. Hook: „Kennst du das Gefühl, wenn…“ – hol deine Leserin bei ihrem Problem ab.
2. Transformation: „Vor X Jahren war ich genau da, wo du jetzt bist…“
3. Erkenntnis: „Ich habe erkannt, dass…“
4. Dein Angebot heute: „Heute zeige ich anderen, wie sie…“
5. Dein Warum: „Weil ich glaube, dass…“
6. Call-to-Action: „Bereit für den nächsten Schritt? Dann…“

» Was NICHT auf die Seite gehört

Dein kompletter Lebenslauf. Wo du zur Schule gegangen bist, interessiert niemanden.

Alle deine Hobbys. „In meiner Freizeit lese ich gerne und gehe wandern“ – wen interessiert’s? Ausnahme: Das Hobby hat einen echten Bezug zu deiner Arbeit.

Bescheidenheitsfloskeln. „Ich bin noch am Lernen…“, „Ich würde mich nicht als Expertin bezeichnen…“ – wenn du nicht an dich glaubst, warum sollte es jemand anderes tun?

Leere Phrasen. „Ich brenne für…“, „Meine Leidenschaft ist…“ – das sagen alle. Es bedeutet nichts mehr.

» Foto und Ton: authentisch schlägt perfekt

Ja, du brauchst ein Foto. Menschen wollen sehen, mit wem sie arbeiten. Aber es muss kein Hochglanz-Shooting sein – ein gutes, natürliches Bild reicht, auf dem du sympathisch wirkst.

Dasselbe gilt für die Sprache: Schreib so, wie du sprichst, nicht wie ein Marketing-Lehrbuch. Wenn du normalerweise „du“ sagst, sag „du“. Wenn du Humor hast, zeig ihn. Deine Über-mich-Seite soll klingen wie du – nicht wie ein KI-Textbaustein.

» „Aber das wirkt doch selbstverliebt“

Diesen Einwand höre ich oft – und er beruht auf einem Missverständnis. Es geht nicht darum, dich zu feiern. Es geht darum, Vertrauen aufzubauen. Menschen kaufen von Menschen. Sie wollen wissen: Wer bist du? Warum sollte ich dir vertrauen? Deine Über-mich-Seite beantwortet genau diese Fragen. Das ist keine Selbstverliebtheit, das ist ehrliche Kommunikation.

» Der Test: drei Fragen, drei Antworten

Öffne deine Über-mich-Seite und lies sie – oder besser: lass jemanden lesen, der dich nicht kennt. Dann frag:

Sobald eine Antwort „Nein“ ist, schreib die Seite neu. Nicht als Biografie, sondern als Verkaufsinstrument. Denn direkt nach der Startseite kommen die meisten Menschen genau hierher – um zu prüfen, ob sie dir vertrauen können. Deine Antwort entscheidet, ob aus einer Besucherin eine Kundin wird. Übrigens: Wenn du sehen willst, wie so ein Seitenaufbau mit klarer Struktur und klarem nächsten Schritt in der Praxis aussieht, wirf einen Blick auf meine eigene Angebotsseite.

Häufige Fragen

Was gehört auf eine gute Über-mich-Seite?

Eine Überschrift, die Interesse weckt, ein Hook in den ersten Sätzen, deine Transformation statt deiner Biografie, dein Warum, relevante Qualifikationen, das, was dich von anderen unterscheidet – und ein klarer Call-to-Action am Ende. Kein kompletter Lebenslauf, keine Hobby-Liste, keine Floskeln.

Brauche ich ein Foto auf der Über-mich-Seite?

Ja. Menschen wollen sehen, mit wem sie arbeiten. Es muss aber kein Hochglanz-Shooting sein – ein gutes, natürliches Foto reicht, auf dem du sympathisch wirkst. Authentisch schlägt perfekt.

Wirkt es nicht selbstverliebt, so viel über mich zu schreiben?

Nein, denn es geht nicht darum, dich zu feiern, sondern Vertrauen aufzubauen. Menschen kaufen von Menschen und wollen wissen, wer du bist und warum sie dir vertrauen können. Deine Über-mich-Seite beantwortet genau diese Fragen – das ist ehrliche Kommunikation, keine Selbstdarstellung.

Wie prüfe ich, ob meine Über-mich-Seite funktioniert?

Lies sie selbst oder lass jemanden gegenlesen und stelle drei Fragen: Würde ich dieser Person vertrauen? Verstehe ich, was sie macht? Weiß ich, was der nächste Schritt ist? Sobald eine Antwort „Nein“ lautet, solltest du die Seite überarbeiten.