» Warum die Werkzeugfrage die falsche erste Frage ist
Ein Werkzeug baut dir in zwanzig Minuten eine Seite, die aussieht wie eine Landingpage. Überschrift, Bild, Knopf, fertig. Was es dir nicht abnimmt: zu entscheiden, für wen die Seite ist, was sie verspricht und warum jemand genau jetzt klicken sollte.
Genau daran scheitern die meisten. Nicht an der Optik – an der Unentschlossenheit. Eine Seite, die drei Zielgruppen gleichzeitig gefallen will, spricht am Ende keine an. Eine Seite mit vier Handlungsaufforderungen hat keine.
Deshalb steht die Struktur vor der Umsetzung. Wenn du weißt, was in welcher Reihenfolge stehen muss, ist der Rest Fleißarbeit – egal, womit du sie baust.
» Was eine Landingpage von einer normalen Seite unterscheidet
Deine Startseite ist ein Verteiler. Sie darf viele Wege anbieten: Angebot, Blog, Über mich, Kontakt. Eine Landingpage ist das Gegenteil. Sie bietet genau einen Weg an und räumt alle anderen weg.
Das heißt in der Praxis: keine Hauptnavigation, kein Menü, keine Links in den Blog. Wer auf einer Landingpage ist, soll sich entscheiden – nicht stöbern. Der einzige Ausgang, den es geben muss, sind Impressum und Datenschutz im Fuß.
Das fühlt sich beim ersten Mal falsch an, weil es nach Bevormundung klingt. Ist es aber nicht: Wer noch stöbern will, ist auf deiner Startseite besser aufgehoben. Die Landingpage ist für die, die schon fast so weit sind.
» Die sieben Bausteine, in dieser Reihenfolge
1. Das Versprechen. Eine Überschrift, die sagt, was jemand bekommt – nicht, wie das Angebot heißt. „Website-Sprint Premium“ ist ein Produktname. „In einer Woche online, ohne dass du dich in Technik einarbeiten musst“ ist ein Versprechen. Dazu ein Satz, der es einordnet, und die Handlungsaufforderung. Alles drei muss sichtbar sein, bevor jemand scrollt – warum das so entscheidend ist, steht in meinem Artikel über den Bereich above the fold.
2. Das Problem. Zwei, drei Sätze, in denen sich die Leserin wiedererkennt. Nicht dramatisieren, nur benennen. Wenn hier jemand denkt „genau so ist es bei mir“, liest sie weiter.
3. Die Lösung. Was du konkret machst. Keine Adjektive, sondern Tätigkeiten. Was passiert, in welcher Reihenfolge, mit welchem Ergebnis.
4. Der Beweis. Der Teil, den fast alle zu dünn machen. Kundenstimmen mit vollem Namen, Zahlen, Vorher und Nachher, Logos. Eine anonyme Stimme „S. aus M.“ ist schlechter als gar keine, weil sie wie erfunden wirkt.
5. Der Ablauf. Drei bis fünf Schritte: Was passiert nach dem Klick? Das nimmt die Angst vor dem Unbekannten – und die ist bei Selbstständigen der größte stille Ablehnungsgrund.
6. Der Preis. Ja, auf die Seite. Wer ihn sucht und nicht findet, geht. Ich habe an anderer Stelle aufgeschrieben, warum offene Preise bessere Anfragen bringen statt weniger.
7. Die Einwände. Vier bis fünf Fragen, die sowieso im Kopf sind. „Was, wenn es nicht passt?“ „Wie lange dauert das?“ „Was brauchst du von mir?“ Beantworte sie, bevor sie jemand stellen muss – und wiederhole danach die Handlungsaufforderung.
Für ein kleines, kostenloses Angebot reichen die Bausteine 1, 3 und 7. Je größer die Entscheidung, desto mehr brauchst du davon.
» Wohin die Seite gehört
Die üblichen Landingpage-Werkzeuge legen deine Seite auf ihre eigene Adresse: deinname.anbieter.io oder etwas in der Art. Das ist bequem und kostet dich drei Dinge.
Vertrauen. Eine fremde Adresse sieht aus wie eine fremde Adresse. Wer gerade vierstellig ausgeben soll, achtet darauf.
Sichtbarkeit. Alles, was die Seite an Aufmerksamkeit sammelt, zahlt auf die Domain des Anbieters ein, nicht auf deine. Deine eigene Website wird davon kein Stück stärker.
Kontrolle. Kündigst du das Abo, ist die Seite weg. Nicht der Text – die ganze Seite, samt Adresse, die du vielleicht schon in Anzeigen und Newslettern verteilt hast.
Wenn deine Website ohnehin steht, ist eine weitere Seite darin technisch kein Aufwand und dauerhaft billiger. Genau deshalb liegen die Bausteine für Landingpages bei mir im Paket – du sagst, was du anbietest, und die Seite entsteht daraus, im Stil deiner Website.
» Die vier Fehler, die ich am häufigsten sehe
Das vage Versprechen. „Mehr Sichtbarkeit für dein Business“ sagt nichts. Mehr wovon, für wen, bis wann? Je konkreter, desto unbequemer – und desto besser.
Die Handlungsaufforderung, die nichts benennt. Auf einem Knopf steht, was danach passiert. Nicht „Absenden“, sondern „Termin auswählen“. Warum „hier klicken“ die schlechteste Variante überhaupt ist, habe ich ausführlich beschrieben.
Zu viele Felder im Formular. Jedes zusätzliche Pflichtfeld kostet Anmeldungen. Frag, was du für den nächsten Schritt wirklich brauchst – alles andere klärt sich im Gespräch.
Kein Ziel hinter dem Ziel. Jemand trägt sich ein – und dann? Wenn keine Dankeseite kommt und keine Mail, wirkt es kaputt. Und du kannst nicht messen, was funktioniert.
» Was du festlegen solltest, bevor gebaut wird
Diese fünf Antworten brauchst du – ob du selbst baust oder es bauen lässt. Sie kosten eine halbe Stunde und ersparen drei Korrekturschleifen.
Eine Handlung. Was genau soll passieren? Wenn du zwei Dinge nennst, ist die Seite schon verloren.
Eine Zielgruppe. Für wen ist das – und ausdrücklich: für wen nicht?
Ein Versprechen in einem Satz. Wenn du dafür drei Sätze brauchst, ist das Angebot noch nicht scharf.
Drei Beweise. Was hast du an Stimmen, Zahlen oder Beispielen? Wenn du nichts hast, ist das der eigentliche nächste Schritt – nicht die Seite.
Ein Woher. Woher kommen die Leute? Aus dem Newsletter, aus einer Anzeige, aus einem Vortrag? Der erste Satz der Seite muss an den Satz anschließen, der sie hergeführt hat.
» Womit du am besten anfängst
Nimm ein leeres Blatt und schreib die sieben Bausteine untereinander. Füll sie in Stichworten aus, ohne an Gestaltung zu denken. Wo du hängen bleibst, fehlt keine Vorlage, sondern eine Entscheidung – und die nimmt dir kein Werkzeug ab.
Erst wenn das Blatt voll ist, lohnt sich die Frage, womit gebaut wird. Und dann fällt die Antwort meistens leicht: dort, wo deine Website schon liegt.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Landingpage und normaler Seite?
Eine normale Seite bietet viele Wege an: Navigation, Blog, Kontakt, Über mich. Eine Landingpage bietet genau einen an. Alles darauf zahlt auf eine einzige Handlung ein – buchen, eintragen, anfragen. Deshalb hat sie in der Regel keine Hauptnavigation: Jeder zusätzliche Weg ist ein Weg nach draußen.
Brauche ich ein extra Tool dafür?
Nein. Eine Landingpage ist technisch nichts anderes als eine Seite deiner Website – nur mit einem einzigen Ziel und ohne Navigation. Die üblichen Baukasten-Werkzeuge kosten monatlich, hosten die Seite auf einer fremden Adresse und geben dir den Inhalt nicht heraus, wenn du kündigst. Wenn deine Website ohnehin steht, ist eine weitere Seite darin der einfachere und dauerhaft günstigere Weg.
Wie lang sollte eine Landingpage sein?
So lang, wie die Entscheidung schwer ist. Für einen kostenlosen Newsletter reichen Überschrift, drei Zeilen und ein Feld. Für ein Angebot über mehrere tausend Euro braucht es Beweise, Ablauf, Preis und Antworten auf die üblichen Einwände. Nicht die Länge entscheidet, sondern ob am Ende noch eine offene Frage übrig ist.
Was kostet eine Landingpage?
Das hängt davon ab, ob die Texte schon stehen. Der Aufbau selbst ist an einem Tag gemacht; die Arbeit steckt im Schärfen von Versprechen, Einwänden und Handlungsaufforderung. Wer eine Landingpage einzeln beauftragt, zahlt im deutschsprachigen Raum meist im mittleren dreistelligen bis unteren vierstelligen Bereich. Deutlich günstiger wird es, wenn sie als weitere Seite einer bestehenden Website entsteht, statt als Einzelstück in einem eigenen Werkzeug.