» Warum der Footer mehr ist als eine Ablage
Viele Websites behandeln den Footer wie eine digitale Restekiste: Impressum, Datenschutz, ein paar Social-Media-Icons – fertig. Dabei ist das der Bereich, in dem Menschen landen, die noch nicht überzeugt sind, aber auch noch nicht weg. Sie haben deine Seite gelesen, sind bis unten gescrollt und suchen nach einem Grund, zu bleiben oder zu handeln.
Genau deshalb lohnt es sich, den Footer bewusst zu gestalten. Er ist der letzte Berührungspunkt vor dem Zurück-Button – und der einzige Bereich, der auf jeder einzelnen Unterseite deiner Website auftaucht.
» 1. Der Footer bringt dir Anfragen
Menschen entscheiden sich selten oben auf der Seite. Sie lesen, vergleichen, scrollen – und sind erst am Ende bereit, etwas zu tun. Ein klarer Handlungsaufruf im Footer greift genau diesen Moment ab.
Das muss kein Formular sein. Ein einziger deutlicher Satz mit Link reicht oft: „Du willst wissen, ob das für dich passt? Lass uns 20 Minuten sprechen.“ Wichtig ist, dass es ein konkreter nächster Schritt ist und keine vage Einladung. Warum die Formulierung dabei über alles entscheidet, habe ich in meinem Artikel über schlechte Call-to-Actions aufgeschrieben.
Tipp: Ein Handlungsaufruf im Footer reicht. Zwei konkurrierende Angebote heben sich gegenseitig auf.
» 2. Google und KI-Suchen lesen deinen Footer mit
Der Footer erscheint auf jeder Seite deiner Website. Das macht ihn zu einem der stärksten Signale für die interne Verlinkung: Was du dort verlinkst, bekommt auf jeder einzelnen Unterseite einen Verweis. Suchmaschinen erkennen daran, welche Seiten dir wichtig sind.
Auch KI-Suchen wie ChatGPT oder Perplexity nutzen diese Struktur, um zu verstehen, worum es auf deiner Website geht und wer dahintersteht. Ein Footer mit klarem Namen, Ort und Leistungsbeschreibung liefert genau die Fakten, die eine KI zitieren kann. Mehr dazu, wie du dich für diese Suchen aufstellst, liest du unter AEO und GEO.
Tipp: Verlinke im Footer deine wichtigsten Geld- und Themenseiten – nicht jede Unterseite, die existiert.
» 3. Vertrauen entsteht unten
Der Footer ist der Ort, an dem Menschen nachsehen, ob es dich wirklich gibt. Ein vollständiges Impressum, eine echte Adresse, ein erreichbarer Kontaktweg: Das sind keine Pflichtübungen, das sind Vertrauenssignale. Fehlen sie oder sind sie versteckt, wirkt die ganze Seite unseriös – egal wie gut sie oben aussieht.
Tipp: Schreib deinen Namen in den Footer, nicht nur „© 2026“. Menschen kaufen bei Menschen.
» 4. Was wirklich reingehört
Ein guter Footer ist kurz. Diese Elemente tragen ihr Gewicht:
Pflicht: Impressum, Datenschutzerklärung, dein Name. Sinnvoll: ein Handlungsaufruf oder Kontaktweg, Links zu deinen zwei bis drei wichtigsten Seiten, dein Blog. Optional: Social-Media-Profile, die du tatsächlich pflegst, und ein Satz, der sagt, was du machst und für wen.
Was nicht reingehört: eine Sitemap mit vierzig Links, tote Social-Media-Profile, ein Newsletter-Formular ohne erkennbaren Nutzen und Text in 10 Pixel Grau auf Hellgrau. Warum Reduktion fast immer die bessere Entscheidung ist, zeigt auch mein Artikel über White Space im Webdesign.
» 5. Lesbar muss er sein
Der häufigste Fehler ist nicht der Inhalt, sondern die Darstellung. Footer werden gern in winziger, blasser Schrift gesetzt – nach dem Motto: muss halt rein, soll aber nicht stören. Das Ergebnis: Niemand liest ihn, und auf dem Handy trifft niemand die Links.
Setz die Schrift auf mindestens 14 Pixel, sorg für echten Kontrast und gib den Links genug Abstand, damit sie mit dem Daumen treffbar sind. Ein Footer, den man nicht bedienen kann, ist kein Footer, sondern Dekoration.
» Was das für deine Website heißt
Geh einmal auf deine eigene Seite und scroll ganz nach unten. Findest du dort einen klaren nächsten Schritt? Steht dein Name da? Sind die Links lesbar und treffbar? Wenn du dreimal ja sagen kannst, arbeitet dein Footer für dich. Wenn nicht, ist das eine der schnellsten Verbesserungen, die du an deiner Website vornehmen kannst – und eine, die auf jeder Unterseite gleichzeitig wirkt. Wie ich Websites insgesamt aufbaue, siehst du in meinem Angebot.
Häufige Fragen
Was gehört in einen Website-Footer?
Pflicht sind Impressum, Datenschutzerklärung und dein Name. Sinnvoll ergänzt du einen klaren Handlungsaufruf oder Kontaktweg, Links zu deinen zwei bis drei wichtigsten Seiten und deinen Blog. Alles Weitere ist optional – ein kurzer Footer wirkt besser als eine Linkwüste.
Ist der Footer wichtig für SEO?
Ja. Der Footer erscheint auf jeder Unterseite und verteilt dadurch interne Links auf deine wichtigsten Seiten. Suchmaschinen erkennen daran, welche Inhalte dir wichtig sind. Wichtig ist Zurückhaltung: wenige, gezielte Links wirken stärker als dutzende.
Wie viele Links sollten im Footer stehen?
Sechs bis acht reichen in den meisten Fällen. Je mehr Links du unterbringst, desto weniger Gewicht hat jeder einzelne – für Menschen wie für Suchmaschinen. Frag dich bei jedem Link: Würde ich wollen, dass jemand genau hier klickt?
Braucht der Footer einen Call-to-Action?
In den meisten Fällen ja. Wer bis zum Footer scrollt, hat sich mit deiner Seite beschäftigt und ist eher bereit zu handeln als jemand, der gerade angekommen ist. Ein konkreter Satz mit Link genügt – kein zweites Angebot daneben.