» Wann eine Website zur Last wird
Das Muster ist fast immer gleich. Am Anfang war die Seite überschaubar. Dann kam ein neues Angebot dazu, also eine neue Unterseite. Dann ein Pop-up für den Newsletter. Dann ein Slider mit Referenzen. Dann noch eine Seite mit häufigen Fragen, die niemand liest.
Irgendwann ist die Website ein Ding, das gepflegt werden will – statt eines Werkzeugs, das für dich arbeitet. Und weil die Pflege lästig ist, bleibt sie liegen. Dann stehen dort Preise von vorletztem Jahr und Angebote, die du gar nicht mehr machst.
» Was eine Website wirklich leisten muss
Drei Dinge, mehr nicht.
Sie muss klar sagen, wer du bist und was du anbietest. Für wen ist das gedacht, und was hat jemand davon? Das gehört nach oben, nicht auf Seite drei.
Sie muss Vertrauen aufbauen. Durch ein ruhiges Layout, ein echtes Foto, konkrete Ergebnisse statt Behauptungen. Wie stark allein die Struktur dabei wirkt, zeigt mein Artikel über Struktur statt Spielerei.
Sie muss einen klaren nächsten Schritt anbieten. Einen. Nicht fünf gleichwertige Möglichkeiten, zwischen denen sich niemand entscheidet.
» Warum weniger für dich billiger ist
Jedes Element auf deiner Website hat laufende Kosten – nicht in Euro, sondern in Aufmerksamkeit. Eine Seite, die du gebaut hast, musst du aktuell halten. Ein Formular, das existiert, muss funktionieren. Ein Slider, den du eingebaut hast, muss auf jedem Gerät geprüft werden.
Zehn Unterseiten sind zehnmal so viel Pflege wie eine. Wenn du nicht sicher bist, wie viel Website dein Business überhaupt braucht, hilft mein Artikel Wie viel Website braucht ein Einzelbusiness beim Abschätzen.
» Die Streichliste
Diese Dinge kannst du in den meisten Fällen weglassen, ohne dass jemand sie vermisst:
Der Slider auf der Startseite. Fast niemand wartet auf das zweite Bild. Die Aussage, die im ersten steht, ist die einzige, die ankommt.
Das Pop-up nach zehn Sekunden. Es unterbricht genau die Leute, die gerade anfangen zu lesen.
Die Seite „Über meine Philosophie“. Wenn deine Haltung wichtig ist, gehört sie in zwei Sätze auf die Über-mich-Seite – nicht auf eine eigene Unterseite. Wie die aussehen sollte, steht in meinem Artikel über die Über-mich-Seite.
Animationen beim Scrollen. Sie verzögern das Lesen und wirken nach dem dritten Mal nur noch anstrengend.
Alles, was seit einem Jahr niemand angeklickt hat. Schau in deine Statistik. Was dort bei null steht, kann weg.
» Reduziert heißt nicht langweilig
Das ist der häufigste Einwand: Eine reduzierte Seite sei doch beliebig. Das Gegenteil stimmt. Wenn wenig da ist, wirkt jedes Element stärker – eine gute Überschrift, ein gutes Foto, eine klare Farbe. Auf einer überladenen Seite geht dasselbe Element unter.
Luft ist kein leerer Platz, sondern Betonung. Mehr dazu in meinem Artikel über White Space.
» Was das für dich heißt
Wenn deine Website sich anstrengend anfühlt, ist das ein Signal – meistens kein Design-Problem, sondern ein Umfangsproblem. Nimm dir eine Stunde, geh deine Seiten durch und frag bei jeder: Wenn es die nicht gäbe, würde jemand etwas vermissen? Was übrig bleibt, ist deine Website. Genau so baue ich sie auch: mein Angebot.
Häufige Fragen
Wie viele Seiten braucht eine Website für Selbstständige?
Für die meisten Einzelbusiness reichen vier bis fünf: Startseite, Angebot, Über mich, Kontakt und bei Bedarf ein Blog. Mehr Seiten bedeuten mehr Pflege und selten mehr Anfragen – Klarheit schlägt Umfang.
Wirkt eine reduzierte Website nicht unprofessionell?
Nein, meist im Gegenteil. Wenn wenig auf der Seite steht, wirkt jedes einzelne Element stärker. Überladene Seiten wirken eher unsicher – als müsste man mit Menge ausgleichen, was an Klarheit fehlt.
Was kann ich auf meiner Website streichen?
Slider, Pop-ups, Scroll-Animationen und jede Unterseite, die laut Statistik seit einem Jahr niemand aufgerufen hat. Auch mehrere gleichwertige Handlungsaufrufe kannst du auf einen reduzieren – das erhöht meist die Anfragen.
Macht weniger Inhalt meine Website schlechter für Google?
Nicht automatisch. Google bewertet, ob eine Seite die Frage der Suchenden beantwortet – nicht, wie lang sie ist. Wenige gute, klar strukturierte Seiten ranken in der Regel besser als viele dünne.