» Was genau abgeschaltet wurde
Google hat die Abschaltung am 15. September 2025 in seiner Entwicklerdokumentation angekündigt, in einem Satz, der so nüchtern ist, dass ihn kaum jemand gelesen hat: Man stelle die Schnittstelle zu den Fragen und Antworten ein, weil man Funktion und Bedienung gerade überarbeite.
Am 3. November 2025 ging sie aus. Ab da konnte niemand mehr automatisiert Fragen lesen oder beantworten. Im Dezember begannen die sichtbaren Frage-Antwort-Blöcke aus der Google-Suche und aus Maps zu verschwinden.
Wenn du in deinem Profil noch alte Einträge siehst: Das kommt vor. Bestehende Inhalte stehen teils noch da, aber es kommt nichts Neues mehr dazu, und neu angelegte Profile haben den Bereich gar nicht erst.
» Was an seine Stelle getreten ist
Dort, wo früher die Fragen standen, sitzt jetzt eine Schaltfläche, hinter der eine KI antwortet. Man tippt seine Frage ein und bekommt einen zusammengefassten Text — kein Beitrag von einem Menschen, sondern eine erzeugte Antwort.
Das ist dieselbe Bewegung, die in der normalen Suche längst läuft: Die Antwort erscheint an Ort und Stelle, statt dass jemand auf eine Seite geschickt wird. Im Unternehmensprofil trifft es jetzt die letzte Stelle, an der noch Menschen miteinander geschrieben haben.
Und damit stellt sich eine Frage, die vorher keine war: Woher nimmt diese Antwort ihren Inhalt?
» Woher die Antwort ihren Inhalt nimmt
Aus drei Quellen, und die Reihenfolge ist wichtig für dich.
- Aus deinem Profil selbst — Beschreibung, Leistungen, Öffnungszeiten, Fotos samt Bildunterschriften, Attribute.
- Aus den Bewertungen — deinen und den Antworten darauf.
- Aus deiner Website — und hier vor allem aus den Stellen, an denen Fragen als Fragen dastehen.
Die ersten beiden Quellen sind kurz. In eine Profilbeschreibung passen ein paar Sätze, und Bewertungen schreibst du nicht selbst. Die dritte Quelle ist die einzige, die du in der Länge und im Wortlaut bestimmst.
Wer dort nichts anbietet, überlässt die Antwort dem, was übrig bleibt — der Beschreibung von 2023 und dem, was andere über ihn geschrieben haben.
» Warum das trotzdem eine gute Nachricht ist
Der alte Fragenbereich hatte einen Konstruktionsfehler, über den sich Selbstständige jahrelang geärgert haben: Antworten durfte jeder. Nicht nur du — irgendwer.
Das führte zu Antworten wie „Ich glaube, die haben mittwochs zu“ unter der Frage nach den Öffnungszeiten. Falsch, gut sichtbar, und man musste es selbst entdecken, um es geradezurücken.
Diese Baustelle ist weg. Was jetzt zählt, steht auf deiner Seite — und darüber hast du die Kontrolle, die du im Fragenbereich nie hattest. Das ist ein Tausch, den ich sofort noch einmal machen würde.
» Was du konkret tun solltest
Der Aufwand ist überschaubar, und du brauchst dafür weder ein Werkzeug noch Geld.
Ein Fragenbereich auf deiner Angebotsseite. Nicht auf einer eigenen FAQ-Seite, die niemand aufruft — sondern dort, wo die Frage entsteht: neben dem Preis, unter dem Ablauf.
Fünf Fragen reichen für den Anfang. Was kostet es? Wie lange dauert es? Wie läuft es ab? Für wen ist es nichts? Was brauchst du von mir? Das sind die fünf, die in meinen Erstgesprächen immer kommen, in dieser Reihenfolge.
Nimm die Wörter deiner Kundinnen, nicht deine. Wer „Was kostet eine Website?“ fragt, fragt nicht „Wie gestaltet sich Ihre Honorarstruktur?“. Die Frage, die auf deiner Seite steht, sollte so klingen wie die, die dir gestellt wird.
» Wie eine Antwort aussehen muss, damit sie übernommen wird
Hier trennt sich brauchbar von unbrauchbar, und der Unterschied ist kleiner, als man denkt.
Antworte in ganzen Sätzen, die allein stehen können. „Ab 2.500 Euro“ ist keine Antwort, die sich zitieren lässt. „Eine Website bei mir kostet zwischen 2.500 und 3.900 Euro, je nach Zahl der Seiten“ ist eine.
Kein „siehe oben“, kein „wie bereits erwähnt“. Jede Antwort wird einzeln gelesen und einzeln herausgezogen. Was auf den Absatz davor verweist, ist als Zitat wertlos.
Die Frage steht als Frage da, nicht als Stichwort. „Preise“ ist eine Überschrift, „Was kostet eine Website?“ ist eine Frage — und nur die zweite passt zu dem, was jemand eintippt.
Vierzig bis sechzig Wörter je Antwort. Kürzer wirkt ausweichend, länger wird gekürzt, und dann entscheidet die Maschine, welche Hälfte wegfällt. Warum dasselbe für KI-Suchen allgemein gilt, steht in Von KI-Suchen empfohlen werden.
» Eine Frage, zweimal beantwortet
Damit das nicht abstrakt bleibt — dieselbe Frage, einmal so, wie sie üblicherweise dasteht, und einmal so, dass sie sich zitieren lässt.
Die Frage: „Wie lange dauert es, bis meine Website fertig ist?“
So steht es meistens da: „Das kommt ganz auf den Umfang an. Melde dich gerne, dann besprechen wir alles Weitere in einem persönlichen Gespräch!“ — Vierzehn Wörter, null Information. Eine Maschine kann daraus nichts machen, und ein Mensch übrigens auch nicht.
So wird eine Antwort daraus: „Von der Zusage bis zum Livegang dauert es bei mir sieben Tage. Länger wird es nur, wenn Texte oder Fotos noch fehlen — dann wartet das Projekt auf dich, nicht umgekehrt. Was ich vorher brauche, steht in der Checkliste, die du nach der Buchung bekommst.“
Der Unterschied ist nicht die Länge. Es sind eine Zahl, ein Grenzfall und ein nächster Schritt — dieselben drei Bestandteile, die eine Antwort auch für einen Menschen brauchbar machen.
» Wo du die Fragen findest, ohne sie dir auszudenken
Das ist der Teil, an dem die meisten hängen bleiben: Welche fünf Fragen sind es denn nun? Du musst sie nicht erfinden, du hast sie schon.
- In deinem Postfach. Jede Frage, die dir zweimal gestellt wurde, ist eine Kandidatin — mitsamt deiner Antwort von damals.
- Im Erstgespräch. Was fragen Leute in den ersten zehn Minuten? Schreib es beim nächsten Mal einfach mit.
- In der Search Console. Unter „Leistung“ stehen die Suchanfragen, über die Menschen bei dir landen. Die mit Fragewörtern sind Gold — das ist wörtlich, was jemand eingetippt hat.
Auf meiner eigenen Seite trägt inzwischen jeder der 74 Artikel einen Fragenbereich, sichtbar auf der Seite und zugleich im Quelltext ausgezeichnet. Das ist keine Fleißarbeit gewesen, sondern eine Regel: Kein Artikel geht ohne drei bis vier Fragen online. Nach einem halben Jahr hat man damit einen Bestand, aus dem sich jede Maschine bedienen kann.
» Ein Hinweis, über den ich beim Prüfen gestolpert bin
Die deutschsprachige Hilfeseite von Google beschreibt den Fragenbereich weiterhin so, als gäbe es ihn. Stand heute steht dort immer noch, dass Inhaberinnen Fragen zu ihrem Unternehmen beantworten können.
Das ist keine Absicht, sondern der übliche Rückstand bei übersetzten Hilfeseiten. Verlassen kann man sich darauf trotzdem nicht.
Wenn du eine Angabe wirklich brauchst, sieh in der englischen Entwicklerdokumentation nach. Dort stehen Abschaltungen mit Datum, und dort standen sie auch diesmal ein Jahr, bevor die deutsche Hilfeseite davon Notiz genommen hat.
» Was das für dein Profil bedeutet
Das Profil selbst wird dadurch nicht unwichtiger, im Gegenteil: Es ist eine der drei Quellen. Nur ist die Arbeit daran jetzt eine andere.
Vorher hieß Profilpflege: Fragen beobachten und falsche Antworten geraderücken. Jetzt heißt sie: dafür sorgen, dass in Beschreibung, Leistungen und Bildunterschriften dieselben Wörter stehen wie auf deiner Website. Widersprüche zwischen beiden sind das Einzige, was die Antwort wirklich beschädigt.
Wenn dein Profil noch gar nicht steht oder du nicht sicher bist, ob die vier wichtigen Felder gefüllt sind: Das steht Schritt für Schritt in Google-Unternehmensprofil erstellen.
» Was das für dich heißt
Setz dich eine halbe Stunde hin und schreib die fünf Fragen auf, die dir im Erstgespräch immer gestellt werden. Nicht die, von denen du denkst, dass sie gestellt werden sollten — die echten.
Dann beantworte jede in vier bis fünf Sätzen, so, dass die Antwort auch allein verständlich ist. Das ist die ganze Arbeit, und sie wirkt an drei Stellen gleichzeitig: bei Google, in KI-Antworten und bei der Frau, die gerade auf deiner Seite steht und sich nicht traut zu fragen.
Und falls beim Aufschreiben herauskommt, dass die Antworten zwar da sind, aber über fünf Seiten verstreut: Genau da fange ich an.
» Häufige Fragen
Gibt es die Fragen und Antworten im Google-Unternehmensprofil noch?
Nein. Google hat die Schnittstelle dazu am 3. November 2025 abgeschaltet und angekündigt, Funktion und Bedienung zu überarbeiten. Im Dezember 2025 verschwanden die sichtbaren Frage-Antwort-Blöcke aus Suche und Maps. In älteren Profilen können Reste stehen bleiben, aber es kommt nichts Neues mehr dazu.
Woher nimmt die KI-Antwort im Unternehmensprofil ihren Inhalt?
Aus drei Quellen: aus dem Profil selbst (Beschreibung, Leistungen, Bildunterschriften), aus den Bewertungen samt deinen Antworten darauf, und aus deiner Website. Die Website ist die einzige dieser Quellen, deren Länge und Wortlaut du vollständig bestimmst.
Brauche ich jetzt eine eigene FAQ-Seite?
Eine eigene Seite nur für Fragen wird selten aufgerufen und bringt wenig. Besser sind Fragen und Antworten dort, wo der Zweifel entsteht: neben dem Preis, unter dem Ablauf, vor dem Kontaktformular. Wichtig ist, dass die Frage als Frage dasteht und die Antwort auch allein verständlich ist.
Wie lang sollte eine Antwort sein, damit sie übernommen wird?
Vierzig bis sechzig Wörter sind ein guter Maßstab. Kürzer wirkt ausweichend und trägt keine Information, länger wird gekürzt — und dann entscheidet die Maschine, welche Hälfte wegfällt. Vermeide Rückverweise wie „siehe oben“: Jede Antwort wird einzeln gelesen und einzeln herausgezogen.