» blog · technik & ladezeit · · von Cornelia Scherer

Website pflegen: was wirklich zu tun ist — und was nicht

„Und wer pflegt das dann?“ ist die Frage, die in fast jedem Erstgespräch kommt — meist mit einem Unterton, der von früheren Erfahrungen erzählt. Die ehrliche Antwort: Ein großer Teil dessen, was heute Pflege heißt, ist gar keine Pflege der Website. Es ist Pflege der Technik darunter.

» Pflege ist zwei sehr verschiedene Dinge

Wenn jemand sagt, seine Website mache viel Arbeit, meint er fast immer das Erste von zwei Dingen — und ärgert sich über etwas, das mit seinem Geschäft nichts zu tun hat.

Technikpflege ist alles, was anfällt, weil unter der Seite ein Programm läuft: Updates, Sicherheitslücken, Erweiterungen, die nicht mehr zueinander passen, Datenbanken, Backups. Diese Arbeit entsteht nicht durch deine Inhalte. Sie entsteht durch das System.

Inhaltspflege ist alles, was anfällt, weil sich dein Geschäft verändert: neue Preise, ein neues Angebot, ein aktuelleres Foto, eine Kundenstimme mehr. Diese Arbeit hast du immer.

Die beiden werden ständig verwechselt, und das ist teuer. Wer monatlich für „Wartung“ zahlt, bezahlt meist das Erste — und wundert sich, warum die Seite trotzdem veraltet aussieht.

» Was bei einem Baukasten oder WordPress laufend anfällt

Ein System wie WordPress besteht aus dem Kern, einem Design und meist zwischen zehn und dreißig Erweiterungen. Alle vier Teile werden von verschiedenen Menschen unabhängig voneinander weiterentwickelt.

Daraus folgt eine Daueraufgabe: Updates einspielen, und zwar zeitnah, weil Sicherheitslücken in verbreiteten Erweiterungen innerhalb von Tagen automatisiert ausgenutzt werden. Dazu Backups, damit man zurück kann, wenn ein Update etwas zerschießt. Und gelegentlich der Fall, dass zwei Erweiterungen nach einem Update nicht mehr miteinander können — dann steht man vor einer Seite, die gestern noch lief.

Das ist der Grund, warum es Wartungsverträge gibt, und sie sind für solche Systeme auch sinnvoll. Nur sollte man wissen, wofür man zahlt: nicht dafür, dass die Seite besser wird, sondern dafür, dass sie bleibt, wie sie ist.

» Was bei einer statischen Seite wegfällt

Eine statische Website besteht aus fertigen Dateien, die der Server unverändert ausliefert. Kein Programm, das läuft. Keine Datenbank. Keine Erweiterungen.

Damit fällt der ganze erste Block weg. Es gibt keine Updates, weil es nichts zu aktualisieren gibt. Es gibt praktisch keine Angriffsfläche, weil nichts ausgeführt wird, das man angreifen könnte. Und es gibt keine Kompatibilitätsprobleme zwischen Erweiterungen, weil es keine gibt.

Das ist kein Verkaufsargument, das ist einfach die Bauart. Eine Datei, die auf einem Server liegt, veraltet technisch nicht. Sie sieht in fünf Jahren genauso aus und lädt genauso schnell.

Ehrlich dazu gehört: Ganz ohne Technik geht es auch hier nicht. Die Domain muss verlängert werden, das Hosting läuft weiter, und alle paar Jahre ändert sich etwas an den rechtlichen Anforderungen. Aber das sind Termine im Kalender, keine Daueraufgabe.

» Was immer bleibt: die Inhalte

Und hier kommt der unbequeme Teil. Die Technikpflege kann man wegkonstruieren, die Inhaltspflege nicht.

Eine Seite altert nicht daran, dass ihre Software alt ist — das sieht niemand. Sie altert daran, dass die Preise nicht mehr stimmen, dass das Angebot von 2023 noch dasteht, dass das Foto von einem Termin stammt, den es nicht mehr gibt. Das sehen alle sofort.

Der häufigste Fall in meinen Erstgesprächen ist genau der: eine technisch tadellos gewartete Seite, für die seit vier Jahren monatlich gezahlt wird — und auf der ein Angebot steht, das die Inhaberin gar nicht mehr anbietet.

» Die drei Dinge, die am schnellsten veralten

Preise. Sie ändern sich, und sie stehen an mehreren Stellen: Startseite, Angebotsseite, vielleicht in einer FAQ und in einem alten Blogartikel. Wer nur die Angebotsseite ändert, hat hinterher zwei verschiedene Preise auf einer Website.

Jahreszahlen und Fristen. Das Jahr in der Fußzeile, „seit 12 Jahren“, ein Termin, der vorbei ist, ein Hinweis auf eine Aktion, die im Frühjahr endete. Nichts davon ist schlimm — zusammen ergibt es aber den Eindruck, hier kümmere sich niemand.

Links, die ins Leere zeigen. Besonders solche auf fremde Seiten: Ein Werkzeug wird eingestellt, eine Partnerin baut ihre Seite um, ein Artikel verschwindet. Das merkt man nur, wenn man hinsieht.

» Der Test, der zehn Minuten dauert

Bevor du irgendetwas an deiner Pflege änderst, lohnt sich eine Bestandsaufnahme. Setz dich mit einem Blatt Papier vor deine eigene Seite und geh diese fünf Punkte durch.

Wer diesen Durchgang zum ersten Mal macht, findet fast immer zwischen drei und acht Stellen. Das ist normal und kein schlechtes Zeichen — es zeigt nur, welche Art von Pflege bisher gefehlt hat.

Und es beantwortet die eigentliche Frage: Wenn du sechs Sachen findest, die inhaltlich nicht stimmen, während technisch alles tadellos gewartet wurde, dann zahlst du für die falsche Sorte Pflege.

» Der Rhythmus, der reicht

Für eine normale Selbstständigen-Seite genügt das hier — insgesamt etwa zwei Stunden im Jahr.

Einmal im Quartal, eine halbe Stunde: Preise prüfen, Angebotstexte überfliegen, neue Kundenstimme ergänzen, offenkundig tote Links anklicken. Am besten mit einem festen Termin im Kalender, sonst passiert es nicht.

Einmal im Jahr, eine Stunde: Jahreszahlen durchgehen, Fotos ansehen (bist du das noch?), Rechtstexte prüfen lassen, wenn sich etwas geändert hat, und einmal von oben nach unten lesen, als wärst du eine Fremde.

Sofort, wenn sich etwas ändert: neue Preise, neues Angebot, neue Adresse. Das ist der Punkt, an dem eine Seite steht oder fällt — wenn Ändern mühsam ist, wird es aufgeschoben, und nach zwei Jahren stimmt die halbe Seite nicht mehr. Wie das ohne Anmeldefenster abläuft, steht in Website ändern ohne Backend.

» Was Pflege kostet

Bei einem laufenden System zahlst du für Wartung typischerweise zwischen 30 und 150 Euro im Monat, je nach Umfang. Dazu kommen Lizenzen für Design und Erweiterungen. Das ist der Preis dafür, dass die Seite bleibt, wie sie ist.

Bei einer statischen Seite fällt dieser Posten weg. Was bleibt, sind Domain und Hosting — zusammen meist unter zehn Euro im Monat, weil eine statische Seite kaum Rechenleistung braucht.

Ehrlich dazu: Wenn Änderungen mit KI gemacht werden, brauchst du dafür einen eigenen Zugang, und der kostet etwa 20 Euro im Monat. Den zahlst du direkt beim Anbieter, er gehört nicht zum Website-Preis. Unterm Strich bleibt es deutlich günstiger, aber es ist nicht null, und das sollte vorher klar sein.

» Was das für dich heißt

Wenn du heute monatlich für Wartung zahlst, frag einmal nach, was in den letzten sechs Monaten tatsächlich getan wurde. Waren es Updates und Backups, zahlst du für Technikpflege. Wurden Inhalte geändert, bekommst du etwas fürs Geld.

Und schau auf deine eigene Seite: Stimmen die Preise? Steht dort noch ein Angebot, das du nicht mehr machst? Das sind die Fragen, die deine Besucherinnen beantworten — und die keine Wartung der Welt für dich erledigt.

Wer eine Seite will, bei der der erste Block gar nicht erst entsteht: Genau so baue ich — statische Seiten, ohne WordPress, ohne Erweiterungen, in sieben Tagen online.

» Häufige Fragen

Braucht eine statische Website Wartung?

Technisch kaum. Es gibt keine Software, die aktualisiert werden müsste, keine Datenbank und keine Erweiterungen. Was bleibt, sind Domain und Hosting sowie die Inhalte selbst: Preise, Angebote, Fotos und Rechtstexte veralten unabhängig von der Technik und brauchen etwa eine halbe Stunde im Quartal.

Was kostet ein Wartungsvertrag üblicherweise?

Für WordPress-Seiten liegen die Angebote meist zwischen 30 und 150 Euro im Monat, je nach Umfang und Reaktionszeit. Enthalten sind in der Regel Updates, Backups und Sicherheitsüberwachung — also Technikpflege. Änderungen an Inhalten sind oft nur begrenzt oder gar nicht enthalten; das lohnt sich nachzufragen.

Wie oft sollte ich meine Website inhaltlich aktualisieren?

Einmal im Quartal eine halbe Stunde reicht für die meisten Selbstständigen: Preise prüfen, Angebotstexte überfliegen, eine neue Kundenstimme ergänzen, tote Links entfernen. Dazu einmal jährlich ein längerer Durchgang für Jahreszahlen, Fotos und Rechtstexte. Alles Übrige gehört sofort geändert, wenn es sich ändert.

Was passiert, wenn ich meine Website jahrelang nicht anfasse?

Bei einer statischen Seite technisch nichts — sie läuft weiter und lädt genauso schnell. Bei einem System mit Erweiterungen wird es dagegen kritisch: Bekannte Sicherheitslücken werden automatisiert ausgenutzt, und nach zwei Jahren ohne Updates ist eine Übernahme der Seite wahrscheinlicher als unwahrscheinlich. Inhaltlich veraltet in beiden Fällen dasselbe.