» Zwei sehr verschiedene Probleme
„Nicht bei Google zu finden“ bedeutet zwei völlig unterschiedliche Dinge, und die Lösungen haben nichts miteinander zu tun.
Entweder ist deine Seite gar nicht im Index. Google kennt sie nicht. Dann ist es fast immer ein technischer Grund oder schlicht zu früh.
Oder sie ist drin, steht aber weit hinten. Dann ist es kein Fehler, sondern Wettbewerb — und die Antwort ist eine andere.
Bevor du irgendetwas änderst, musst du wissen, welcher der beiden Fälle vorliegt. Sonst reparierst du eine Sache, die gar nicht kaputt ist.
» Der Test, der zwei Minuten dauert
Gib bei Google Folgendes ein, mit deiner eigenen Adresse und ohne Leerzeichen nach dem Doppelpunkt:
`site:deinedomain.de`
Google zeigt dir damit alle Seiten deiner Domain, die es im Index hat. Das Ergebnis ist eindeutig:
- Es kommen Treffer — deine Seite ist im Index. Spring zum vorletzten Abschnitt, dein Problem ist ein anderes.
- Es kommt nichts — sie ist nicht im Index. Lies weiter.
Zähl bei der Gelegenheit die Treffer. Wenn deine Seite zwölf Unterseiten hat und Google zeigt drei, weißt du auch schon, dass etwas mit der internen Verlinkung nicht stimmt.
» Ursache 1: Es ist einfach zu früh
Das ist mit Abstand der häufigste Grund, und es ist kein Fehler.
Google muss deine Seite erst finden, dann abrufen, dann einordnen. Bei einer bestehenden Domain dauert das meist ein paar Tage. Bei einer frisch registrierten Domain können Wochen vergehen, weil Google neuen Adressen zunächst wenig Aufmerksamkeit schenkt.
Beschleunigen lässt sich das kaum, aber ein wenig hilft: Richte die Google Search Console ein — kostenlos — und reiche dort einmal deine Sitemap ein. Danach nicht noch einmal einreichen; Google ruft sie von allein wieder ab. Wer mehrfach einreicht, beschleunigt nichts.
Was ebenfalls hilft, ist banal: Verlink deine Seite von irgendwo. Ein Beitrag auf LinkedIn, dein Instagram-Profil, ein Eintrag bei Google Unternehmensprofil. Google folgt Links, und über diese Wege kommt es das erste Mal vorbei.
» Ursache 2: Ein vergessenes „noindex“
Das ist der Klassiker, und es passiert Fachleuten genauso wie Selbstbauerinnen.
Während des Bauens setzt man eine Zeile, die Google die Aufnahme verbietet — damit die halbfertige Seite nicht im Index landet. Beim Livegang wird sie vergessen. Die Seite ist dann für Besucherinnen ganz normal erreichbar, für Google aber ausdrücklich gesperrt.
So findest du es: Öffne deine Seite im Browser, klick mit der rechten Maustaste auf eine leere Stelle und wähle „Seitenquelltext anzeigen“. Dann suche mit Strg+F (auf dem Mac Cmd+F) nach dem Wort `noindex`. Findest du eine Zeile, in der `meta name=robots` und `noindex` zusammen vorkommen, ist das dein Grund.
Bei einem Baukasten oder WordPress steckt derselbe Schalter meist in den Einstellungen unter „Suchmaschinen“ oder „Sichtbarkeit“. Nach dem Entfernen dauert es wieder ein paar Tage, bis Google nachzieht.
» Ursache 3: Die robots.txt sperrt aus
Seltener, aber genauso wirksam. Ruf `deinedomain.de/robots.txt` auf. Steht dort:
`User-agent: *` · `Disallow: /`
dann sagst du damit allen Suchmaschinen, dass sie die ganze Seite nicht abrufen sollen. Auch das ist meist ein Überbleibsel aus der Bauphase.
Ein wichtiger Unterschied, der oft verwechselt wird: `noindex` heißt „lies es, aber nimm es nicht auf“. `Disallow` heißt „lies es gar nicht erst“. Beides zusammen ist sogar kontraproduktiv — wenn Google die Seite nicht lesen darf, sieht es auch das `noindex` nicht.
» Ursache 4: Google findet keinen Weg zu den Unterseiten
Wenn nur deine Startseite im Index steht, aber keine der Unterseiten, fehlt meist die Verbindung dorthin.
Google folgt Links. Eine Seite, auf die von nirgendwo verlinkt wird, existiert für Google praktisch nicht — auch wenn du die Adresse kennst. Das betrifft besonders oft Blogartikel, die nur über eine Übersicht mit Blätterfunktion erreichbar sind, und Seiten, die man ausschließlich über ein Menü erreicht, das per JavaScript nachgeladen wird.
Die einfache Abhilfe: eine Sitemap (eine Liste aller Adressen, die Google abrufen kann) und echte Links im Text von einer Seite zur nächsten. Welche Seiten überhaupt zusammengehören, steht in Website-Struktur: welche Seiten du brauchst.
Übrigens ist das einer der stillen Vorteile einer statischen Website: Dort gibt es nichts nachzuladen, jede Seite ist eine echte Datei, und Google sieht beim ersten Abruf alles.
» Wo Google dir selbst sagt, woran es liegt
Die vier Ursachen oben lassen sich raten. Man kann sie aber auch nachlesen, und das ist der schnellere Weg.
In der Google Search Console gibt es den Bericht „Seitenindexierung“. Er listet auf, welche deiner Seiten aufgenommen wurden und welche nicht — und bei den nicht aufgenommenen steht der Grund im Klartext dabei. Die Formulierungen sind sperrig, aber eindeutig:
- „Durch die Seite mit dem noindex-Tag ausgeschlossen“ — Ursache 2, du hast dein Problem gefunden.
- „Durch robots.txt blockiert“ — Ursache 3.
- „Gecrawlt, zurzeit nicht indexiert“ — Google war da, hat sich aber gegen die Aufnahme entschieden. Das ist fast immer ein Inhaltsproblem, kein technisches.
- „Gefunden, zurzeit nicht indexiert“ — Google kennt die Adresse, war aber noch nicht da. Meist Ursache 1: zu früh.
Der Bericht ist der einzige Ort, an dem Google dir direkt antwortet. Er ist kostenlos, und die Einrichtung dauert zehn Minuten. Wenn du nur eine Sache aus diesem Artikel mitnimmst, dann diese.
Ein Hinweis aus eigener Erfahrung: Meine Seite war im Sommer drei Wochen offline. Danach standen im Bericht wochenlang Meldungen, die beunruhigend aussahen, aber nur den alten Stand widerspiegelten. Die Zahlen dort hinken zwei bis drei Tage hinterher. Wer heute etwas repariert, sieht es dort nicht morgen. Warum ein Einbruch nach einem Umzug normal ist, steht in Traffic weg nach dem Relaunch.
» Ursache 5: Du bist drin, aber niemand sucht danach
Wenn der `site:`-Test Treffer liefert, ist technisch alles in Ordnung. Dann liegt es am Inhalt — und das ist die häufigste Situation überhaupt.
Der typische Fall: Die Seite ist im Index, sie wird sogar angezeigt, aber nur bei Suchen nach dem eigenen Firmennamen. Bei allem anderen taucht sie nicht auf, weil dort nichts steht, wonach jemand sucht.
Das erkennst du in der Search Console unter „Leistung“: Wenn dort fast nur dein eigener Name als Suchanfrage steht, wirst du gefunden — aber nur von Menschen, die dich schon kennen.
Die Abhilfe ist keine technische. Du brauchst Seiten, die echte Fragen beantworten, und Themen, bei denen du gegen die Konkurrenz überhaupt eine Chance hast. Wie ich solche Themen auswähle, steht in SEO für Selbstständige.
» Was das für dich heißt
Geh die Liste einmal von oben durch, sie ist nach Häufigkeit sortiert. In den allermeisten Fällen bist du nach dem dritten Punkt fertig — und der häufigste Befund lautet schlicht: noch zu früh.
Was du dabei nicht tun solltest: bei einem Dienst „Eintragung in 500 Suchmaschinen“ kaufen. Es gibt keine 500 Suchmaschinen, die Einträge helfen nicht, und die Links aus solchen Verzeichnissen schaden eher.
Wenn nach vier Wochen und aufgeräumter Technik immer noch nichts passiert, liegt es fast sicher an der Seite selbst — an ihrem Aufbau oder an dem, was darauf steht. Genau da fange ich an, wenn ich eine Website baue.
» Häufige Fragen
Wie lange dauert es, bis eine neue Website bei Google steht?
Bei einer bestehenden Domain meist wenige Tage bis zwei Wochen. Bei einer frisch registrierten Domain können es vier bis acht Wochen sein, weil Google neuen Adressen zunächst wenig Aufmerksamkeit schenkt. Beschleunigen lässt sich das kaum — außer dadurch, dass von irgendwo ein Link auf deine Seite zeigt, dem Google folgen kann.
Wie prüfe ich, ob meine Seite überhaupt im Google-Index ist?
Gib bei Google site:deinedomain.de ein, ohne Leerzeichen nach dem Doppelpunkt. Google zeigt dann alle Seiten deiner Domain, die es aufgenommen hat. Kommen keine Treffer, ist die Seite nicht im Index. Kommen weniger Treffer als du Seiten hast, fehlt Google der Weg zu den übrigen.
Was ist der Unterschied zwischen noindex und robots.txt?
Ein noindex im Quelltext sagt: lies die Seite, aber nimm sie nicht in den Index auf. Ein Disallow in der robots.txt sagt: ruf die Seite gar nicht erst ab. Beides zusammen ist widersprüchlich — wenn Google die Seite nicht lesen darf, kann es das noindex auch nicht sehen.
Muss ich meine Sitemap regelmäßig neu einreichen?
Nein. Nach der ersten Einreichung in der Google Search Console ruft Google die Sitemap selbstständig immer wieder ab. Sinnvoll ist nur, gelegentlich nachzusehen, ob sie fehlerfrei gelesen wurde und wie viele Seiten erfasst sind. Mehrfaches Einreichen beschleunigt nichts.